Rettung in letzter Stunde

Bernd Heim
By Bernd Heim / 21. November 2014

Fast den gesamten Tag über notierte der DAX deutlich unter dem Schlusskurs vom Vortag. Schwache Konjunkturdaten aus Frankreich, Deutschland und China trübten die Stimmung. Verflogen schien die Euphorie der Vortage und vom Schwung der ersten Handelstage dieser Woche war auch nicht mehr viel zu spüren.

Den Käufern gelang es aber das Blatt in den letzten beiden Handelsstunden doch noch zu wenden. Wie nicht anders zu erwarten schafften sie die Wende nicht aus eigener Kraft, sondern nur dank der Unterstützung der Wall Street. Auch das ist keine neue Erkenntnis. Ebenso wenig überrascht es, dass derzeit aus den USA die besseren Konjunktur- und Wirtschaftsdaten kommen.

Es gibt also eine ganze Reihe durchaus plausibler Gründe für den bemerkenswerten Schlussspurt vom späten Donnerstagnachmittag. Nicht genannt in den Medien wurde jedoch die Schwäche der Verkäufer.

Die Stärke der Käufer ist auch eine Schwäche der Verkäufer

Sie ist weniger daran zu erkennen, dass es den Bären nicht gelang, den DAX auf tiefere Niveaus zu drücken. Viel auffälliger ist die Struktur der Abwärtsbewegungen. Sie war am Donnerstag alles, nur nicht impulsiv.

Nachrichten getrieben gab der DAX zwar immer wieder mal stärker ab, doch die meiste Zeit des Tages bewegte er sich tendenziell seitwärts. Auch die sonst so beliebten Spielchen, Stopps bewusst zu fischen, blieben weitgehend aus und so war von Dynamik auf der Verkäuferseite nur wenig zu spüren.

Ganz anders stellte sich die Aufwärtsbewegung am späten Nachmittag dar. Sie hatte einen klar impulsiven Charakter und deutet damit einmal mehr an, dass die Musik derzeit eindeutig auf der Seite der Käufer spielt. So wundert es nicht, dass sich der Index am Ende sogar noch ins Plus rettete.

Man sollte den kleinen Tagesgewinn zwar nicht überbewerten, doch für die nähere Zukunft spricht mehr dafür, dass sich der deutsche Aktienindex eher aufwärts als abwärts orientieren wird.

Mit einem erneuten Angriff auf das bisherige Wochenhoch und einem weiteren Anlauf zur Überwindung der 200 Tage-Linie ist deshalb kurzfristig zu rechnen.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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