DAX: Ein paar zittrige Hände blieben gestern auf der Strecke, sonst ist nichts weiter geschehen

Bernd Heim
By Bernd Heim / 18. Februar 2015

Die schlechten Nachrichten vom Wochenbeginn zeigten sofort Wirkung. Regelrecht geschockt startete der DAX in den neuen Handelstag und eröffnete die Sitzung mit einem saftigen Minus, das im frühen Handelsverlauf weiter ausgebaut wurde.

Aber ‚geschockt‘ ist nicht gleichbedeutend mit ‚aus dem Feld geschlagen‘. Die Bullen meldeten sich schnell wieder zurück und starteten einen hochdynamischen Konter. Gegen Mittag wurde der Schlusskurs vom Vortag fast erreicht und es scheint, als könnten selbst schlechteste Nachrichten die Kauflaune der Anleger nicht dauerhaft trüben.

Den Grund für diese Aussage suchen Sie besser nicht in Athen oder Brüssel, auch nicht in Kiew oder Moskau, denn die Nachrichten aus der Ostukraine waren alles andere als erfreulich. Entscheidend ist, dass der Index auf Basis des Tagescharts immer noch in einem klaren Aufwärtstrend ist.

Daran konnte auch die Abwärtsbewegung vom Dienstagmorgen nicht viel ändern. Wir haben es also rein technisch gesprochen mit einer Korrektur im Aufwärtstrend zu tun. Diese Korrekturen haben die Angewohnheit durchaus recht dynamisch zu verlaufen, wovon man sich gestern wieder ein Bild machen konnte.

Weder die Griechen noch die Russen vermögen den DAX nachhaltig zu beeindrucken

Ganz ausgestanden ist die laufende Korrektur vermutlich noch nicht. Ein erneutes Abtauchen in tiefere Regionen ist möglich. Aber beim Blick auf das übergeordnete Bild bleibt festzuhalten: Noch sind die Käufer prinzipiell im Vorteil.

Wer dennoch kurzzeitig auf der Verkäuferseite agiert, sollte im Hinterkopf behalten, dass er sich gegen einen intakten und durchaus starken Trend stellt. Bei einer derartigen Ausgangslage besteht immer die Gefahr, vom Markt überrannt zu werden.

Eine gehörige Portion Vorsicht und ein umsichtiges Stoppmanagement ist für jeden Anleger, der mit dem Gedanken spielt Short zu gehen, damit Pflicht. Leichter tut man sich vermutlich, wenn man dem Markt folgt und in Trendrichtung agiert, also auf weiter steigende Kurse setzt.

Einmal kurz schütteln, dann geht es weiter

Die Kunst besteht in diesem Fall darin, einen guten Einstieg zu erwischen. Sollte sich die gestrige Korrektur noch etwas ziehen und sich eine klassische ABC-Formation ausbilden, steht noch das C, also eine weitere Abwärtswelle auf dem Programm. In diesem Fall würde es Sinn machen, in diese Korrektur hinein neue Positionen aufzubauen, wenn sich eine Bodenbildung abzuzeichnen beginnt.

Denkbar ist allerdings auch, dass die Korrektur V-förmig verläuft. In diesem Fall würde es ohne vorherigen Rücksetzer gleich weiter aufwärtsgehen. Wer zu lange wartet, läuft in diesem Fall Gefahr nicht mehr zum Zuge zu kommen und den steigenden Kursen enttäuscht hinterherzublicken.

Vor dem Hintergrund der angespannten politischen Nachrichtenlage hat die Variante mit dem vorgeschalteten zweiten Bein der Konsolidierung die etwas größeren Chancen für sich.

Aber auch wenn die ‚tollen Tage‘ seit Mitternacht offiziell Geschichte sind, sollten Sie dennoch damit rechnen, dass der DAX auch am Aschermittwoch für die eine oder andere Verrücktheit gut ist.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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