Die Käufer geben den DAX nicht aus der Hand

Die Woche wird heute erst zur Hälfte hinter uns liegen, doch zwei durchaus ernst zu nehmende Versuche, den DAX in eine Korrektur zu zwingen, die diesen Namen auch zurecht trägt, liegen bereits hinter uns.

Wer nun jedoch allein auf den Schlussstand des deutschen Leitindex schaut, wird sich verwundert die Augen reiben, denn wirklich deutlich tiefer steht der DAX nicht. Gerade einmal 63 Punkte oder etwas mehr als ein halbes Prozent wurden im Vergleich zum Vortag verloren. Das ist verkraftbar und fast nicht der Rede wert.

Reden sollte man aber über die beiden Konter der Bullen. Sie machten sowohl am Montag als auch am Dienstag viel von den am Vormittag zurückgelegten Abwärtsstrecken wieder wett und ließen den DAX von den Tagestiefs aus gesehen deutlich ansteigen.

Nur der Hauch einer Korrektur liegt über dem Markt

Diese Form des Widerstands gegen eine eigentlich nur gesunde Korrektur im Anschluss an eine Phase der Übertreibung ist bemerkenswert. Die Unterstützungszone bei 11.455 Punkten wurde gestern Mittag relativ zügig und auch mit der notwendigen Deutlichkeit unterschritten.

Ein untergeordnetes kleines Verkaufssignal konnte man somit durchaus als gegeben ansehen. Doch der DAX scherte sich mal wieder einen Teufel um das, was eigentlich naheliegen würde und was sicher auch viele erwartet haben, und stieg einfach wieder an.

Im Nachmittagshandel wurden die Verluste des Vormittags weitgehend aufgeholt, was wieder darauf hindeutet, dass es sich bei den Korrekturmustern, die wir im Chart sehen, nur um untergeordnete Korrekturen innerhalb eines intakten Bullenmarkts handelt.

Der Haupttrend ist weiterhin dominierend

Damit wächst die Gefahr, sich mit Shorts die Finger zu verbrennen. Auf der anderen Seite kann es heute kurzfristig doch noch einmal abwärtsgehen, denn im Stundenchart hat sich eine Flagge ausgebildet, die erst noch aufgelöst werden muss.

Zu erwarten wäre ein Ausbruch nach oben mit anschließendem neuen Allzeithoch. Sehr gut möglich ist aber auch, dass es bevor es zum Aufbruch in höhere Gefilde kommt, noch einmal einen Test der unteren Flaggengrenze geben könnte.

In diesem Fall würden die ersten drei Tage dieser Handelswoche recht ähnlich verlaufen und im Vormittagshandel Abschläge bringen, die in der zweiten Hälfte des Tages von den Käufern wieder egalisiert werden.

Ob es so kommt, bleibt abzuwarten, doch festzuhalten bleibt: Momentan tun sich die Verkäufer schwer, dem DAX mal für einen längeren Zeitraum als einige wenige Stunden ihren Stempel aufzudrücken und die Bullen sind nach wie vor in einer sehr starken Position.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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