DAX: Entscheidungsschwach ins verlängerte Wochenende

Seit Mitte März kommt der DAX nicht mehr so recht vom Fleck und die Korrektur zieht sich scheinbar endlos dahin. Auch in dieser Woche kommen weder Bullen noch Bären entscheidend voran. Das zehrt natürlich an den Nerven der Anleger, denn außer einem unerfreulichen Hin und Her gibt es derzeit nicht viel Bewegung im Markt.

Dabei sah es zunächst noch sehr vielversprechend aus für die Käufer. Der positive Start in die neue Handelswoche hätte eigentlich Mut machen sollen und die Anleger zu weiteren Käufen reizen sollen.

Doch der Steilpass wurde wieder einmal nicht genutzt. Wir kennen dieses Verhalten aus den vergangenen Wochen zur Genüge. Auf einen guten Start am Montag, der auf weiter steigende Kurse hoffen lässt, folgt eine Reihe von schwachen Tagen, die den ursprünglich guten Eindruck wieder deutlich relativieren.

Gefährdet ist der große, übergeordnete Trend noch nicht. Doch wenn positive Vorgaben immer wieder nicht umgesetzt und genutzt werden können, muss man diese Unschlüssigkeit zunehmend als Schwäche werten. Eine Schwäche, die durchaus zur Vorsicht mahnt.

In einer engen Seitwärtsrange gefangen

In dieser Woche war es ein enges Band aus Widerständen oberhalb von 11.875 Punkten, das den Käufern im Weg stand. Den Verkäufern hingegen gelang es nicht, den deutschen Leitindex unter 11.750 Punkte zu drücken und damit ein deutliches Signal für weiter fallende Kurse zu setzen.

So zog sich der Index träge und impulslos durch die Tage. Die Schwankungen waren minimal im Vergleich zu den hohen Volatilitäten, die wir in den Wochen zuvor mitunter zu sehen bekamen.

Fehlausbrüche und Bewegungen, die nur darauf ausgerichtet sind, die Stopps der anderen Marktteilnehmer zu fischen, sind in diesem Umfeld sehr häufig zu beobachten und sie machten uns auch in dieser Woche das Leben wieder schwer.

Kommt der große Befreiungsschlag nach Pfingsten?

Der große Befreiungsschlag steht noch aus. Dass er heute, am letzten Handelstag vor dem verlängerten Pfingstwochenende kommen wird, ist nur wenig wahrscheinlich. Um 19 Uhr deutscher Zeit wird Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank, sprechen und die Marktteilnehmer erhoffen sich wie so oft ein klares Zeichen im Hinblick auf die zukünftige Zinspolitik der FED.

Ob sie es bekommen werden, muss abgewartet werden. Zu rechnen ist aber damit, dass sich die Anleger bis zum Abend nicht sehr weit aus dem Fenster lehnen werden. Für den DAX lässt das wieder einen eher ruhigen Handelstag mit tendenziell geringer Schwankungsbreite erwarten.

Sollte Janet Yellen mit ihren Äußerungen die Märkte positiv oder negativ überraschen, so wird allenfalls im Abendhandel darauf zu reagieren sein. Bis dahin werden sich die meisten europäischen Anleger jedoch schon ins Wochenende verabschiedet haben, sodass erst zu Beginn der neuen Woche die Reaktion der Wall Street nachgezeichnet wird.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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