USA: Erst das Geld aus dem Nichts, dann die Schulden aus dem Nichts

Bernd Heim
By Bernd Heim / 16. Oktober 2015

Wir haben uns daran gewöhnt, dass von den Notenbanken permanent Geld aus dem Nichts erschaffen wird, dem keine wirtschaftliche Leistung gegenübersteht. Neu ist hingegen, dass inzwischen auch Schulden quasi über Nacht wie aus dem Nichts auftauchen.

Es wäre falsch zu behaupten, diese Schulden wären plötzlich entstanden. Das sind sie gewiss nicht. Nur sichtbar wurden sie über Nacht, was im Gegenzug bedeutet, dass man ihre Existenz vor den Augen der kritischen Öffentlichkeit entweder bewusst verbergen wollte oder sie leichtfertig „vergessen“ hat.

Weder die eine noch die andere Alternative macht wirklich Freude, denn wir alle möchten weder gezielt betrogen werden noch von Statistikern umgeben sein, die des sorgfältigen Arbeitens und korrekten Rechnens entweder nicht fähig oder nicht willig sind.

Alles nur eine Frage der Darstellung?

Vor dem Hintergrund sprechen die neuesten Maßnahmen der US-Notenbank für sich, aber nicht unbedingt für das Vertrauen, das wir den Notenbanken und ihrer Arbeit noch entgegenbringen. Jahrzehntelang hat die Federal Reserve Bank nur die gesamten Schulden der Amerikaner ausgewiesen.

Es wurde nicht nach staatlichen Schuldnern, privaten Haushalten, Unternehmen und dem Finanzsektor unterschieden, sondern nur die Gesamtverschuldung aller Amerikaner ausgewiesen. Der Vorteil dieser Methode lag darin, die genaue Höhe der Staatsschulden verschleiern zu können.

Außerdem konnte man Bewegungen innerhalb der einzelnen Bereiche nicht erkennen. Wenn beispielsweise der Staat seine Schulden erhöhte, obwohl die Unternehmen und die privaten Haushalte ihre Schulden zurückführten, dann wurde dies in der Statistik nicht offensichtlich.

Von dieser jahrelang geübten Praxis nahm man nun Abstand und veröffentlicht streng nach Sektoren getrennt die Höhe der jeweiligen Schulden. Dieser Schritt wäre an sich nicht zu beanstanden gewesen, denn er erhöht die Transparenz. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail.

Die Schulden der USA steigen über Nacht um 2,7 Billionen Dollar

Einige Finanzexperten, die den aktuellen Schuldenstand nachgerechnet und mit den bisherigen Veröffentlichungen abgeglichen haben, fanden heraus, dass die Schulden der Amerikaner plötzlich um 2,74 Billionen Dollar höher sind als sie eigentlich hätten sein sollen.

2,74 Billionen US Dollar sind alles andere als ein Pappenstiel. Durch sie erhöht sich die Gesamtverschuldung der Amerikaner auf 62,1 Billionen Dollar. Konsequenterweise steigt auch die ohnehin schon extrem hohe Schuldenquote von 330 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf astronomische 350 Prozent.

Für den US Dollar bedeuten diese Zahlen an für sich nichts Gutes. Er müsste, würde er der wirtschaftlichen Logik folgen, gegenüber den anderen Währungen eigentlich stark abwerten. Auch der Goldpreis müsste in US Dollar gerechnet zulegen.

Doch es ist kurzfristig nicht zu erwarten, dass die an den Märkten schon seit 2011 zu beobachtende Asymmetrie kurzfristig endet. Obwohl die fundamentalen Daten aus der Euro-Zone in der Vergangenheit oftmals deutlich besser waren als ihre Pendants aus den Vereinigten Staaten und obwohl die Situation in den europäischen Problemstaaten wie Griechenland nicht annähernd so schlimm ist wie in den USA selbst, wertet der Euro seit Jahren ab und verliert gegenüber dem US Dollar an Wert.

Kommt nach dem vielen Geld aus dem Nichts nun das BIP aus dem Nichts?

Abtragen können die Amerikaner ihren privaten und öffentlichen Schuldenberg kaum mehr. Wer an eine Rückzahlung der Schulden noch glaubt, kann auch getrost darauf hoffen, dass Ende Dezember der Weihnachtsmann mit den Osterhasen zusammen die Geschenke verteilt.

Bleibt also die bange Frage, wie lange die Amerikaner diesen hohen Schuldenberg noch bedienen können. Entscheidend ist an dieser Stelle das Bruttoinlandsprodukt. Es müsste steigen, um den Schuldenberg auch weiterhin als tragbar erscheinen zu lassen.

Das geht im Grunde nur auf zwei Arten: Die Wirtschaft muss wachsen und die Summe der produzierten Güter und Dienstleistungen steigen oder das BIP muss wie die Schulden quasi über Nacht unerwartet steigen, etwa durch eine neue Methode, mit der es berechnet wird.

Es besteht also noch Hoffnung, denn was den Amerikanern schon bei der Berechnung ihrer Inflationsrate und der Höhe ihrer Schulden gelungen ist, könnte mit ein bisschen Phantasie schon bald auch beim Bruttoinlandsprodukt gelingen.

Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn nach dem Geld aus dem Nichts bald auch das BIP aus dem Nichts zur Tagesordnung gehören sollte.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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