Brasilien: Nach dem WM-Debakel folgt nun das wirtschafte Fiasko

Bernd Heim
By Bernd Heim / 19. Oktober 2015

Neben Indien, China und Russland galt Brasilien unter Investoren lange Zeit als eines der interessantesten Schwellenländer. Die Bevölkerung jung und begeisterungsfähig, das Land gesegnet mit wichtigen Rohstoffen, allen voran Erdöl und Eisenerz, und einer Reihe international anerkannter Unternehmen wie Vale und Petrobras hatte große Chancen, die Krisen der Vergangenheit zu überwinden und endlich zum großen Sprung nach vorne anzusetzen.

Wer im Kreis der Großen mitspielen will, der hat selbstverständlich auch eines der großen, internationalen Sportereignisse auszurichten. China, Südafrika und Russland machten es vor. Nur Indien hielt sich bislang deutlich zurück. Brasilien bewarb sich dieser Logik gemäß gleich um zwei Highlights und erhielt den Zuschlag für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro im kommenden Jahr.

Die Fußballweltmeisterschaft liegt inzwischen hinter uns und sie endete zumindest für die brasilianischen Fans mit einer herben Enttäuschung. Die Titelträume platzten am 8. Juli 2014, als Brasilien in Belo Horizonte im Halbfinale gegen Deutschland eine herbe Niederlage einstecken musste.

Kommt in Brasilien heute die Sprache auf jenes Spiel, wird das demütigende 1:7 häufig als „Mineiraço“ bezeichnet, was man sinngemäß mit „Schock von Mineirão“ übersetzen könnte. Diese Bezeichnung leitet sich von Mineirão, dem Kurznamen des Stadions Estádio Governador Magalhães Pinto ab.

Olympia im Land der Inflation und wirtschaftlichen Depression?

Der entsprechende Name für die Olympischen Sommerspiele im nächsten Jahr muss noch gefunden werden, doch die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch er ein eher traurig klingender Name sein wird, denn wirtschaftlich und politisch stehen die Spiele derzeit unter einem denkbar ungünstigen Stern.

Der Real, die Währung des Landes, ist im freien Fall. Brasiliens Staatsanleihen werden von der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor’s nur noch auf Ramschniveau bewertet und die Wirtschaft des Landes schrumpft. Für das laufende Jahr erwarten die Experten einen Rückgang der wirtschaftlichen Leistung um drei Prozent und für das kommende Olympiajahr zumindest eine anhaltende Rezession.

Die Regierung in Brasilia benennt die Schwäche der Weltwirtschaft und rückläufige Rohstoffpreise als Ursache für die Krisen im Lande, doch ein Blick auf Brasiliens Nachbarstaaten zeigt, dass dieser recht einseitige Erklärungsversuch die gravierenden innenpolitischen Schwierigkeiten im Inland unberücksichtigt lässt.

Petrobras, Brasiliens wichtigster Rohstoffkonzern, leidet gewiss unter dem gefallenen Ölpreis. Er macht gerade die geplanten Tiefseeprojekte vor der brasilianischen Küste zu potentiellen Milliardengräbern, denn Erdöl aus mehreren tausend Metern Tiefe fördern zu wollen, rechnet sich beim aktuellen Ölpreis auf gar keinen Fall.

Korruption und Unsicherheit soweit das Auge reicht

Doch Petrobras stände heute wesentlich besser da, hätte sich Brasiliens politische und wirtschaftliche Elite in den vergangenen Jahren nicht am Konzern und seinem großen Vermögen schadlos gehalten.

Als halbstaatlicher Konzern konnte sich das Unternehmen dem Zugriff der Politiker nicht entziehen und die weideten es aus wie eine Weihnachtsgans. Der entstandene Schaden wird von der Staatsanwaltschaft auf über drei Milliarden US Dollar geschätzt. Ermittelt wird gegen mehr als hundert Personen und die Guthaben vieler Privatkonten in der Schweiz sind inzwischen eingefroren.

Betroffen ist inzwischen die gesamte politische Führung. Präsidentin, Dilma Rousseff, droht ein Amtsenthebungsverfahren, Parlamentspräsident, Eduardo Cunha, soll als einer der mächtigsten Politiker Brasiliens fünf Millionen Dollar Schmiergeld aus Geschäften der halbstaatlichen Ölgesellschaft Petrobras bezogen haben.

Hinzu kommt eine Wirtschaftspolitik, welche die Krise nicht bekämpft, sondern sogar noch verstärkt hat. Auf Druck der Regierung hielt die Notenbank die Zinsen viel zu lange niedrig, um den privaten Konsum zu fördern.

Heute bezahlen Brasiliens Bürger diesen Fehler mit der Wiederkehr eines ihrer alten Übel. Die Inflation ist wieder da. Sie könnte im kommenden Jahr einen zweistelligen Prozentsatz erreichen.

Eine lähmende Angst verschärft die Krise

Wie es weitergeht, weiß niemand, denn der politischen Klasse fehlt die Einsicht in ihre Fehler und viel wichtiger: der Wille zur Selbstreinigung und zur Aufarbeitung ihrer Schuld. Die Folge ist ein Klima der Lähmung und Unsicherheit.

Die Regierung will sparen und das Defizit im Haushalt begrenzen. Doch die Opposition verweigert im Parlament die Zustimmung zu den vorgelegten Reformen. Stattdessen fordert sie Maßnahmen, die das ohnehin große Defizit nur weiter vergrößern würden.

Im Land steigt derweil die Arbeitslosigkeit, weil insbesondere Petrobras inzwischen um das eigene Überleben kämpft, Projekte streicht und den Rotstift kreisen lässt. Andere Firmen ziehen es vor, Investitionen auf die Zukunft zu verschieben, denn aktuell weiß niemand, wie lange sich die Krise noch hinziehen wird.

Läuft es schlecht für Brasilien, beschleunigt die Krise sich noch weiter. Es droht eine weitere Herabstufung des Landes durch die großen US-Ratingagenturen, wenn die Opposition auf einem Amtsenthebungsverfahren bestehen sollte und die Regierung ihr Sparprogramm nicht durch das Parlament bringt.

Die unmittelbare Folge wäre ein weiterer Wertverfall des Real, der eine erneute Schrumpfung der Wirtschaft nach sich ziehen würde, warnte bereits US-Ökonom Nouriel Roubini vor wenigen Tagen.

Roubini sieht Brasilien erneut am Rande des Abgrunds und dieses Mal geht es nicht nur um eine unangenehme Klatsche in einem wichtigen Fußballspiel, sondern wirklich um das Wohl oder Wehe einer ganzen Nation.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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