RWE, Eon und Co.: Sanieren auf Kosten der Schwächsten

Bernd Heim
By Bernd Heim / 23. November 2015

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß in unserer Gesellschaft. Das allein ist schon ein beklemmendes Faktum, denn es ist hinlänglich bekannt, dass Gesellschaften mit großen sozialen Unterschieden zwangsläufig zu politischen Spannungen führen.

Aufstände und Revolutionen braucht im Grunde niemand und gerade die Anschläge von Paris und die Beklemmung und allgemeine Sprachlosigkeit, die sie mit sich gebracht haben, werfen ein bezeichnendes Licht auf das, was passiert, wenn Teile der Gesellschaft für sich keine Perspektive mehr sehen.

In den vielen Meldungen rund um den Terror in der französischen Hauptstadt ging leicht unter, dass in Deutschland immer mehr Menschen der Strom abgeschaltet wird, weil sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Rechnungen zu bezahlen.

Ein Leben ohne Strom werden sich die meisten von uns wohl kaum noch vorstellen können. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, in der wir schon am späten Nachmittag gezwungen sind, das Licht einzuschalten, um in unseren Räumen noch etwas sehen zu können, wird unsere Abhängigkeit von den ungehindert durch die Leitungen fließenden Elektronen besonders deutlich.

Eine hausgemachte Krise spitzt sich langsam zu

Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurde im Jahr 2014 351.802 Haushalten ganz oder teilweise der Strom abgestellt. Gehen wir davon aus, dass in Masse nicht nur Singlehaushalte betroffen waren, ist damit zu rechnen, dass mehr als eine halbe Million Deutsche am Abend im Dunkeln zu Hause gesessen hat.

Dass diese Menschen anderswo unterkommen, ist kaum anzunehmen, denn wer schon kein Geld hat, um seine eigene Stromrechnung zu bezahlen, der wird es sich auch nicht leisten können Abend für Abend mit Freunden auszugehen oder auf andere Art am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Probleme sind nicht neu und sie wachsen seit 2011, dem Jahr der Energiewende, von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2013 wurde 344.798 Kunden der Strom abgestellt, im Jahr 2012 wurden nur rund 320.000 Stromsperren von den Versorgern verhängt.

Ein wesentlicher Faktor für den vermehrten Anstieg der Stromsperren sind die stark gestiegenen Preise für Elektrizität. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Stromsperren nur die Spitze des Eisberges sind, denn bis der Strom endgültig abgeschaltet wird, vergehen viele Monate, in denen Rechnungen von den Kunden nicht oder nur teilweise beglichen und von den Stromanbietern Mahnungen verschickt und Inkassoverfahren eingeleitet werden.

Vegetieren im Dunkeln zum Wohl der deutschen Industrie

Die Bundesnetzagentur berichtet davon, dass die Lieferanten ihren Kunden insgesamt 6,3 Millionen Mal damit drohten, ihnen den Strom abzustellen. Damit weitet sich der Kreis der Betroffenen deutlich aus und wir müssen davon ausgehen, dass mindestens zehn Prozent der Bevölkerung von diesem Problem akut betroffen sind.

Der Hauptgrund für die immer größer werdende Zahl der Stromsperren sind die stark gestiegenen Strompreise. Seit 2002 haben sich die Kosten für die Verbraucher fast verdoppelt. Schuld ist einerseits die Umlage für die erneuerbaren Energien, die hauptsächlich von den privaten Verbrauchern getragen wird und zudem beständig steigt. Hinzu kommt, dass die großen Stromversorger sinkende Kosten nicht oder nur sehr zögerlich an die Verbraucher weitergeben.

Die Zeche für diese Entwicklung zahlen die Privathaushalte. Ihre Stromkosten liegen um rund 45 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 20,52 Cent pro Kilowattstunde. Wesentlich günstiger gestellt ist die deutsche Industrie. Der an sie gelieferte Industriestrom ist um diverse Abgaben bereinigt und liegt mit 6,27 Cent pro Kilowattstunde deutlich unter dem EU-Mittelwert von 9,37 pro Kilowattstunde. Noch irgendwelche Fragen?

Das Drama wird weitergehen

Es ist ja durchaus einzusehen, dass eine Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist und auf die Bevölkerung zwangsläufig Mehrkosten zukommen werden. Nur sollten diese Kosten dann auch einigermaßen gleichmäßig und gerecht verteilt werden.

Das ist in Deutschland definitiv nicht der Fall, wenn der Strom für Industriereklame nur ein Drittel oder Viertel dessen kostet, was für die Beleuchtung einer Küche und eines Kinder- oder Wohnzimmers aufzuwenden ist.

Zwar sind die Strompreise an der Strombörse niedrig wie selten zuvor, denn das Angebot ist groß, aber Deutschlands Verbraucher werden davon nicht profitieren. Für das kommende Jahr haben mehrere Versorger bereits neue Erhöhungen angekündigt. Sie liegen im Durchschnitt bei ca. drei Prozent. Für einen Vierpersonenhaushalt bedeutet dies Mehrkosten von etwa 40 Euro pro Jahr.

Da unsere Regierung zu sehr damit beschäftigt ist, armen Flüchtlingen zu helfen, die immerhin in der Lage sind, viele tausend Euros an zwielichtige Schlepper zu bezahlen, den Armen im eigenen Land aber keine Aufmerksamkeit schenkt, weil sie das „Pack“ längst abgeschrieben hat, wird sich an der Situation bis auf Weiteres, also mindestens bis zur nächsten Bundestagswahl, wohl nicht viel ändern.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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Sicher mit Anlagemetallen

Gold, Silber, Platin und Palladium wurden bereits oft in den Printmedien unter Anlagegesichtspunkten vorgestellt. Für den Anleger beinhalten sie Chancen, Risiken und andere finanzielle Faktoren, die bei Investments in Anlagemetallen berücksichtigt werden sollten.

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Ausgerechnet am Tag des Börsengangs hatte der bekannte Risikokapitalgeber Larry Goldsmith ‚JBP‘ mit einer millionenschweren Klage überzogen. Die Konsequenzen für Jay waren dramatisch …

>>> … und die Schlinge um seinen Hals zieht sich langsam aber sicher zu. <<<


Der Preis des Öls und die Ära der politischen Ölpreise

Das nahende Ende des Ölzeitalters impliziert im Rahmen einer funktionierenden Weltwirtschaft nur zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder ergänzt und ersetzt eine ähnlich billige Energiequelle das Öl, welches politisch und volkswirtschaftlich gar nicht so preiswert ist, wie es scheint, oder eine umweltverträglichere Energiequelle setzt sich unter hohem politischen Druck durch.

Dies wäre besonders für Europa ein Glücksfall, sogar eine politische Klugheit. Jürgen Hüholdt durchleuchtet das Phänomen »Öl« wie kein anderer vor ihm und gibt Antworten auf Fragen, die schon lange im Raum stehen.

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Finanzcoach für den Ruhestand

Der persönliche Vermögensberater für Leute ab 50? Gibt es ihn und wenn es ihn gibt, wie sollte er die schwierige Herausforderung angehen?

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Chartformationen erkennen und verstehen

Chartmuster gibt es wie Sand am Meer. Doch welche sind wichtig, welche so unbedeutend, dass man sie am besten gleich wieder vergisst? Für Investoren und Trader ist es deshalb wichtig, Chartmuster schnell und richtig erkennen und einordnen zu können.

Die Analyse der Vielzahl bekannter Chartmuster stellt deshalb einen zentralen Teil der Methodik der Technischen Analyse dar. Anleger erhalten Handelssignale, deren Qualität über Gewinn oder Verlust eines Trades entscheidet.

Doch funktionieren diese Chartmuster wirklich so, wie sie in den Lehrbüchern beschrieben werden – oder gibt es Gewinner und Versager?

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Anlegen in Hedge-Fonds?

Sie werden gehasst, verachtet, geliebt und gefürchtet. An der Wall Street sind sie die hochgelobten Stars der Branche und bei den Politikern nur gefürchtete Heuschrecken: die Hedge-Fonds.

Doch was sind überhaupt Hedge-Fonds? Was ist dran an den vielen Mythen und Vorurteilen? Markus Sievers ging dieser Frage nach. Er beschäftigte sich mit Volatilität, Korrelation und einer effizienten Portfolio-Struktur.

Er untersuchte verschiedenste Strategien und Techniken und ging der wichtigen Frage nach, ob man unbedingt ein Millionär sein muss, um in Hedge-Fonds investieren zu können oder auch ein normalsterblicher Privatanleger dieses Anlageinstrument sinnvoll nutzen kann.

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Der Staatsbankrott kommt!

Retten Sie Ihr Vermögen, solange Sie es noch können!

Die Ereignisse in Griechenland und die Krise in Dubai (2010) waren nur ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen wird. Seither geht ein neues Schreckgespenst unter den Regierenden um: die Furcht vor einem Staatsbankrott. Jeden kann es treffen, jeder ist gefährdet, aber keiner weiß, wann es sein wird.

Angesichts dieser düsteren Aussichten drängen sich für jeden Anleger fundamentale Fragen auf: Wie lange wird der US Dollar noch die Leitwährung sein? Wie lange wird es unseren Euro noch geben? Kehrt die Inflation zurück?

Welche Länder sind akut von einem Staatsbankrott bedroht? Ist auch in Deutschland mit einer Währungsreform zu rechnen? Fragen also, die uns alle angehen, Fragen, die jeden interessieren sollten, denn ein Staatsbankrott wird Sie ganz persönlich treffen – garantiert.

>>> Erfahren Sie hier, was Sie wissen müssen und wie Sie richtig reagieren … <<<


Generation Gold

Kann ein Staat nicht wollen kann, dass Sie wirtschaftlich unabhängig werden? Und wenn er es nicht will, was er tut, dies zu verhindern?

Statistiken zeigen, dass in Deutschland die Bürger mehr Zeit für den Kauf eines Autos oder einer Einbauküche aufwenden, als für die Planung ihrer eigenen Altersvorsorge. Sie vertrauen dabei bedingungslos dem Staat. Ein Fehler, der viele schon in naher Zukunft in Armut und Elend stürzen wird.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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