USA: Der Öltraum ist ausgeträumt

Es klang wie ein modernes Märchen aus 1001 Nacht, war aber nur eine der vielen Geschichten, die an der Wall Street in regelmäßigen Abständen immer wieder herumgereicht werden, um ahnungslosen Investoren das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Nun ist er geplatzt, der schöne Traum vom neuen Ölboom in den USA dank der Schieferölvorkommen. Ein zweites Saudi-Arabien wollte man mit der Zeit werden, die eigene Abhängigkeit von fremdem Öl vermindern und nicht mehr so viel Geld für den militärischen Schutz der wichtigen Seeverbindungen nach Amerika ausgeben.

Lange Zeit sonnten sich Erdölindustrie, Politik und Investoren im Glanz einer rasant ansteigenden Ölproduktion in den Vereinigten Staaten. Wer jedoch genau hinsah, der erkannte schon früh, dass der gefeierte Boom schon immer seine Schattenseiten hatte. Sie werden ihm nun zum Verhängnis.

Schieferölvorkommen waren für die konventionelle Bohrtechnik lange Zeit nicht erreichbar. Erst die jüngsten Fortschritte in der Geologie und Bohrtechnik ermöglichten ihre Ausbeutung – allerdings zu einem hohen Preis.

Nun wird Investoren und Politik die Rechnung präsentiert

Im Vergleich zur konventionellen Ölförderung haben die Schieferölvorkommen zwei gewichtige Nachteile. Die Produktion ist relativ teuer. Um ein Barrel (159 Liter) Öl an die Oberfläche zu fördern, sind mindestens 60 US Dollar notwendig.

Das Öl ist nicht in einer großen Blase gefangen, steht unter Druck und sprudelt wie in der Golfregion relativ leicht an die Oberfläche, wenn man die Blase durch eine Bohrung ansticht, sondern ist in kleinen Hohlräumen im Gestein gefangen. Aus diesen muss es durch viel Einsatz von Druck, Wasser und Chemikalien mühsam herausgelöst werden.

Es liegt auf der Hand, dass dieser hohe Aufwand seinen Preis hat und die Technik sich ähnlich, wie bei den kanadischen Ölsanden oder den Tiefseebohrungen vor der brasilianischen Küste oder in der Nordsee, bei niedrigen Ölpreisen nicht mehr rechnet.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die um Absatzmengen und Einfluss konkurrierenden Saudis ausgerechnet an dieser Stelle Druck ausgeübt haben. Am Golf wird noch immer zu Kosten produziert, die nicht einmal 20 Prozent der amerikanischen Schieferölproduktionskosten ausmachen.

Den Preiskrieg werden die Araber gewinnen

Außerdem schwimmt man hier im Geld. Zeitweilige Verluste sind zwar ärgerlich, aber man kann sie sich leisten, wenn sie das größere Ziel, einen lästigen Konkurrenten dauerhaft aus dem Feld zu schlagen, erreichbar erscheinen lassen. Weit vom Ziel entfernt ist Saudi-Arabien nicht mehr, denn Amerikas Schieferölindustrie pfeift bereits aus dem letzten Loch.

Das hängt mit dem zweiten Nachteil dieser Technik zusammen. Sie erfordert nicht nur den Einsatz von viel Wasser und Chemikalien, sondern erfordert auch wesentlich mehr Bohrungen als konventionelle Ölfelder es tun.

Bei jedem Ölfeld lässt die Produktion mit der Zeit nach. Doch nirgendwo vollzieht sich dieser Prozess so schnell wie bei den Schieferölvorkommen. Nach zwei Jahren wird nicht einmal mehr ein Zehntel der ursprünglichen Produktionsmenge erreicht.

Es ist zwar noch genügend Öl im Boden, aber es kann nicht aus eigener Kraft Richtung Bohrloch abfließen. Diesem Mangel hilft man mit Unmengen Wasser und dem Einsatz von Chemikalien, die das Gestein aufsprengen sollen, nach. Aber auch hier ist früher oder später das Ende der Fahnenstange erreicht und eine neue Bohrung, ein paar Hundert Meter weiter, wird erforderlich.

Wenn sich sprudelnde Gewinne in Verluste verwandeln …

Bei Ölpreisen um die 100 Dollar je Fass ist das alles kein Thema, denn es finden sich leicht Investoren, die bereit sind, diesen Aufwand zu finanzieren, weil unter dem Strich immer noch ein hübscher Gewinn verbleibt. Aus dem Gewinn der vergangenen Jahre sind aber längst existenzbedrohende Verluste geworden und die lassen auf Dauer keinen Investor kalt.

Schon heute ist die Ölproduktion aus den Schiefervorkommen in den USA deutlich rückläufig. In Texas wurden auf dem sogenannten Eagle Ford Feld im März 2015 pro Tag noch 1,7 Millionen Fass gefördert. Im Januar 2016 werden es vermutlich nur noch 1,2 Millionen Barrel sein.

Ähnlich stellt sich die Lage auf anderen großen Feldern dar. Der Traum vom neuen Ölreichtum und der Unabhängigkeit von Öllieferungen aus dem Ausland scheint ausgeträumt. Einige Prognosen gehen davon aus, dass die Schieferölproduktion in den USA bis 2025 um 80 bis 90 Prozent zurückgehen wird.

Sollten diese Zahlen auch nur halbwegs Realität werden, dann sind wir gerade im Begriff, das Platzen einer neuen Blase miterleben zu müssen. Oder anders formuliert: Es ist wie bei der New Economy Blase und zu Zeiten der Subprimekrise. Die Wall Street hat ihre Gewinne gemacht und ab jetzt zahlen andere die Zeche.

Die Konsequenzen werden dramatisch sein

Leider geht es nicht nur um ein paar gierige Investoren, die sich auf dem Ölmarkt verzockt haben, denn das Problem reicht wesentlich tiefer und es wird langfristig auch jene treffen, die mit der Ölindustrie eigentlich herzlich wenig am Hut haben.

Der Boom der vergangenen Jahre war nicht aus sich selbst heraus getragen, sondern in erster Linie kreditfinanziert. Diese Finanzierungen hängen nun zu einem großen Teil in der Luft und Erinnerungen an die Hypothekenkrise des Jahres 2007 werden wach.

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die ersten Fonds oder Banken in eine Schieflage geraten werden. Da Zurückhaltung nie eine besondere Stärke der Wall Street war, müssen wir in den kommenden Jahren durchaus mit ernst zu nehmenden Problemen rechnen.

Auch politisch wird der Wind schon bald wieder drehen. Angetrieben durch die neue Unabhängigkeit vom arabischen Öl haben sich die USA unter Präsident Obama in den vergangenen Jahren im Nahen- und Mittleren Osten etwas weniger stark engagiert.

Exemplarisch deutlich wird diese veränderte Politik am Syrienkonflikt. In dem mischen die USA zwar mit, aber die Vorreiterrolle haben andere Nationen inne. Die Türkei und Saudi-Arabien beispielsweise sind im Hintergrund wesentlich aktiver als die USA es sind.

Dass Präsident Obama in seinem letzten Jahr im Amt diese zurückhaltende Politik noch aufgeben wird, ist kaum zu erwarten. Aber sein Nachfolger wird sich ähnlich, wie sein Vorgänger George W. Bush, wohl oder übel wieder stärker mit der Golfregion und ihren inneren Problemen auseinandersetzen müssen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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Von der Wall Street zur Chinesischen Mauer: Wie Anleger von Chinas Boom profitieren können

Es ist kein Geheimnis, dass China die weltweit am schnellsten wachsende Wirtschaft besitzt. Wie aber auch normale Anleger die daraus entstehenden Chancen nutzen, und den chinesischen Markt für sich erobern können, ist kaum bekannt.

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Change Management ist für Führungskräfte inzwischen schon eine permanente Herausforderung. Um in diesem Umfeld ihrer Verantwortung gerecht zu werden, bedarf es einer Führungspersönlichkeit mit hoher Selbstreflexionskompetenz und einer klaren Werthaltung.

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Die große Panik: Das Wettrennen zur Rettung der Weltwirtschaft

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Jay Thompsen gibt wieder Vollgas

Der ehrgeizige und bislang sehr erfolgreiche New Yorker Investmentbanker Jay Thompsen steht unvermittelt mit dem Rücken zur Wand. Eine Kleinigkeit hatte er übersehen, einen winzigen Punkt nicht bedacht und nun strafte die Wall Street ihn mit all ihrer Macht.

Der Börsengang von ‚Johnson Biotechnology and Pharmaceuticals‘, der Jay finanziell neue Dimensionen erschließen sollte, hatte sich zu einer Katastrophe entwickelt.

Ausgerechnet am Tag des Börsengangs hatte der bekannte Risikokapitalgeber Larry Goldsmith ‚JBP‘ mit einer millionenschweren Klage überzogen.

Die Konsequenzen für Jay waren dramatisch …

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Wäre diese Haltung unter Vorgesetzten verbreitet, müsste man das Hörbuch von Erfolgsautor Lothar Seiwert und „Mastertrainer“ Friedbert Gay wohl in Gold aufwiegen. Beide liefern mit dem DISG-Modell eine griffige Methode zur besseren Selbst- und Fremdeinschätzung.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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