DAX: Kann eine starke Binnenkonjunktur helfen, wenn der Export lahmt?

Bernd Heim
By Bernd Heim / 22. Dezember 2015

Die warnenden Signale, die aus dem Ausland zu uns kommen und den derzeit noch starken deutschen Außenhandel schwächen könnten, wurden an dieser Stelle bereits mehrfach angesprochen.

Aber wie steht es um die Binnenkonjunktur? Wäre sie möglicherweise in der Lage, wegbrechende Exporte auszugleichen? In der Vergangenheit betonten insbesondere die Gewerkschaften immer wieder, wie wichtig die Nachfrage aus dem Inland auch für eine Exportnation wie Deutschland sei.   

Natürlich stand und steht hinter diesen Aussagen immer eine gewisse Taktik, beispielsweise wenn es in den Tarifverhandlungen darum geht, für die Beschäftigten höhere Löhne durchzusetzen und mit ähnlichen Hintergedanken verweisen die Arbeitgeber ebenso gerne auf die niedrigen Löhne in China und Südostasien, um ja nicht zu viel Geld an ihre Arbeiter und Angestellten überweisen zu müssen.

Doch fernab dieser Rhetorik bleibt die Frage nach der Bedeutung der Binnennachfrage. Sie ist auch deshalb berechtigt, weil Regierung und Notenbank derzeit eine Politik betreiben, die insbesondere der Exportwirtschaft hilft.

Der schwache Euro begünstigt nicht nur

In den Medien wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der von der EZB gezielt geschwächte Euro ein Segen für Deutschland und seine Industrie sei. Das ist prinzipiell richtig, ist aber gleichzeitig auch nur die halbe Wahrheit.

Wenn Sie als Konsument im Ausland Urlaub machen oder an der Tankstelle zum Tanken stoppen, zahlen Sie den Preis für die Begünstigung der Exportwirtschaft. Auch als Unternehmer, der Rohstoffe oder Vorprodukte aus dem Ausland importiert, seine Produkte aber nur im Inland absetzt, gehören Sie zu den Verlieren der geschwächten Gemeinschaftswährung.

Noch spürt die Bevölkerung in Masse diese Kosten nicht allzu sehr, denn dank des gesunkenen Ölpreises wird die Schwäche des Euros an der Tankstelle nicht übermäßig deutlich. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist gut. Qualifizierte Kräfte werden gesucht und die Arbeitslosigkeit ist niedrig.

Beide Entwicklungen wirken sich positiv auf die Konsumneigung der Bevölkerung aus. Sie ist weiterhin hoch. Natürlich würde der Einzelhandel seinen Kunden gerne noch etwas mehr verkaufen, aber das will er im Grunde immer. Entscheidend ist, dass die Menschen das Geld derzeit eher leicht ausgeben und es nicht krampfhaft festhalten, weil düstere Konjunktursorgen sie bremsen.

Ein Abgleiten in eine weltweite Rezession wird auch den Binnenmarkt treffen

Ein Umschlag in der allgemeinen Wahrnehmung könnte aber einsetzen, wenn sich die dunklen Wolken am weltweiten Konjunkturhorizont in den kommenden Monaten in Form von Entlassungen auch in Deutschland bemerkbar machen sollten.

In diesem Fall ist damit zu rechnen, dass zunächst langsam, dann immer schneller und stärker ein Umdenken einsetzen wird. Die Euros sitzen dann nicht mehr so locker wie heute in der Tasche und es wird zumindest vorsichtiger kalkuliert.

Schnell betroffen werden dann auch jene Bereiche sein, die derzeit den Binnenmarkt stärken. Hier ist zunächst der Wohnungsbau zu nennen. Er segelt seit 2008 sehr erfolgreich mit dem starken Wind der kräftig gesunkenen Zinsen im Rücken.

Zwar ist mittelfristig nicht unbedingt mit stark steigenden Zinsen zu rechnen, aber rückläufig könnte die Bauwirtschaft schon alleine dadurch werden, dass die Bauherrn der nächsten Jahre vorsichtiger kalkulieren und ihre Häuser kleiner ausfallen lassen oder gar nicht erst bauen, weil ihnen die allgemeine Lage zu unsicher ist.

Reißt der Staat als Wirtschaftsmotor das Ruder wieder herum?

Bleibt die Frage, welche Rolle der Staat in einem derartigen Szenario spielen kann. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise wurden von den Staaten und Regierungen massiv Schulden aufgenommen, um die lahmende Konjunktur wieder in Schwung zu bringen.

Sie wurden seitdem zwar bedient, was angesichts der niedrigen Zinsen sogar einem Land wie Griechenland die meiste Zeit über möglich war, aber zurückgezahlt wurde das Geld nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Möglichkeit neuer Schulden zwar prinzipiell noch besteht, der Spielraum aber deutlich kleiner und begrenzter ist als noch im Jahr 2009.

Ein wenig erinnert die aktuelle Situation in Deutschland an die Boomjahre kurz nach der Euroeinführung. Weil die Kredite damals so günstig erschienen, griffen in Ländern wie Portugal, Griechenland oder Spanien Private, Investoren und die öffentliche Hand beherzt zu.

Das Ende dieses zeitweiligen Lebens über den eigenen Verhältnissen ist bekannt. An Spaniens Mittelmeerküste stehen Immobilien, für die keine echte Nachfrage besteht, und das Nachbarland Portugal ringt mit den anderen Problemstaaten der Euro-Zone um seine wirtschaftliche Überlebensfähigkeit.

Kein Boom ist endlos

Dass derartige Exzesse auch bei uns möglich sind, zeigt ein Blick auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Immobilienpreise. Was man bei den niedrigen Zinsen heute spart, zahlt man als Häuslebauer für Grund und Boden wieder obendrauf, sodass sich unter dem Strich nicht der Hauch eines Vorteils ergibt.

Trotzdem wird gebaut, um an der Party zu partizipieren oder den Traum vom eigenen Haus doch noch irgendwie zu verwirklichen. Das sei den Menschen vergönnt, wir dürfen nur nicht ganz die Konsequenzen aus den Augen verlieren, die entstehen, wenn dieser Boom eines Tages nicht mehr fortgesetzt werden kann.

Dann könnte es auch auf dem bislang noch sehr stabilen Feld der Binnennachfrage hässliche Einbrüche und Bremsspuren geben. Dass sie an der deutschen Industrie und damit an DAX, MDAX und SDAX spurlos vorübergehen sollen, ist nicht zu erwarten. Erst recht nicht, wenn der Export zeitgleich auch darniederliegt und keine positiven Impulse zu setzen vermag.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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Der Day Trader. Wie Sie an der Börse erfolgreich handeln und gewinnen

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Rohstoffe und Emerging Markets von morgen

Der Begriff BRIC ist mittlerweile bei Anlegern und Renditejägern in aller Munde. Diese vier großen Buchstaben stehen für die aufstrebenden Volkswirtschaften der Welt: Brasilien, Russland, Indien und besonders China.

Die Volksökonomien dieser Länder, in denen mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung lebt, entwickeln sich seit geraumer Zeit mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Im Rahmen der Globalisierung sind sie nicht nur als billige Produktionsstandorte interessant, sondern bieten schon angesichts ihrer unglaublichen Größe, gewaltige kaum erschlossene Absatzmärkte.

Der enorme Rohstoffhunger dieser Länder, hat in kürzester Zeit die Weltmarktpreise in die Höhe getrieben und selbst der skeptischste Anleger dürfte Begriffen haben, dass es sich lohnt in Emerging Markets und Rohstoffe zu investieren.

Nun ist das so mit Wirtschaftslokomotiven, um so mehr Anleger auf den fahrenden Zug aufspringen, umso schneller gerät dieser ins Stocken und der Kessel droht zu überhitzen. Dann wird Zeit für den weitsichtigen Anleger auf andere Züge umzusteigen, die noch nicht an Fahrt verloren haben.

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Jay Thompsen gibt wieder Vollgas

Der ehrgeizige und bislang sehr erfolgreiche New Yorker Investmentbanker Jay Thompsen steht unvermittelt mit dem Rücken zur Wand. Eine Kleinigkeit hatte er übersehen, einen winzigen Punkt nicht bedacht und nun strafte die Wall Street ihn mit all ihrer Macht.

Der Börsengang von ‚Johnson Biotechnology and Pharmaceuticals‘, der Jay finanziell neue Dimensionen erschließen sollte, hatte sich zu einer Katastrophe entwickelt.

Ausgerechnet am Tag des Börsengangs hatte der bekannte Risikokapitalgeber Larry Goldsmith ‚JBP‘ mit einer millionenschweren Klage überzogen.

Die Konsequenzen für Jay waren dramatisch …

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Die Magier der Märkte

Es gibt viele Anleger, die Aktien aus Gründen der Altersvorsorge handeln, viele, für die Börse ein Hobby ist und etliche, die regelmäßig gute Gewinne einfahren.

Dann gibt es noch einige wenige, die von ihren Handelsaktivitäten nicht nur gut leben können, sondern die ihre Fähigkeiten in den Dienst von Investmentfonds oder großen Banken gestellt haben, und dort Milliardensummen verwalten.

Ob im Fondsbereich oder durch aggressives Trading, diese kleine Gruppe hat über Jahre hinweg die Märkte geschlagen und stellenweise eine unglaubliche Performance vorzuweisen.

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Wehrt euch, Bürger! Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist dabei, alle wesentlichen wirtschaftspolitischen Kompetenzen an sich zu reißen und niemandem mehr rechenschaftspflichtig zu sein. Damit ist die EZB zu einer Gefahr für das gesamte Finanzsystem geworden. Sie finanziert insolvente Staaten und pumpt aktuell mehr als 1 Billion Euro in den Geldkreislauf.

Prof. Dr. Kerber beschreibt diese Selbstermächtigung und zeigt, wie Sie als Bürger die Folgen dieser Politik zu spüren bekommen und was Sie tun können, um sich der EZB zu erwehren. Dieses Buch ist wissenschaftliche Analyse und Aufruf zugleich.

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Strophantin: Das Comeback eines Herzmittels

Neue Studien zeigen, dass Strophanthin teure Lipidsenker und Betablocker überflüssig machen kann. Die herzwirksame Substanz Strophanthin bietet große Vorteile für Herzpatienten. Der Wirkstoff aus der Natur, der im Fingerhut, in Maiglöckchen oder in Meerzwiebeln vorkommt, hat ein breites Anwendungsfeld: Angina Pectoris, koronare Herzkrankheit, Behandlung und Vorbeugung des Herzinfarkts sowie die Therapie von akuter und chronischer Herzinsuffizienz.

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Die Sprache der Bundesrepublik: 131 politische Propagandaphrasen zur ideologischen Manipulation

Die öffentliche Sprache der BRD zeigt eine deutliche Tendenz zur stereotypen Floskel, zur Phrase und zur – meist inoffiziellen – Sprachregelung. Es lässt sich daraus eine immer stärkere Verengung des ideologischen Spektrums ablesen.

Ideologisch bestimmte Schlagworte, Redewendungen und Satzformen prägen sich den Menschen durch millionenfache Wiederholungen in Denken und Fühlen ein. Nebenbei und unbemerkt werden sie aufgenommen, scheinen zunächst ohne Wirkung zu sein – und beginnen das Verhalten und Handeln zu steuern.

Was ist für die meinungsbildende Elite noch akzeptabel, was wird bereits sprachlich ausgegrenzt? Wenn jeder, dem seine Karriere lieb ist, gezwungen ist, ideologische Konformität zu demonstrieren, dann können sich ideologische Gegeneliten zwar noch herausbilden, es fällt aber leicht, angesichts der veröffentlichten Meinung der Herrschenden, sie zu ignorieren und als »Stammtischparolen« abzuqualifizieren, über die sich eine Diskussion nicht lohnt.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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