Lässt der Bürgerkrieg in Syrien den Ölpreis bald explodieren?

Wenn wir hören, dass die Nachrichten aus Syrien in diesen Tagen alarmierend sind, dann denken viele zunächst an neue Flüchtlingswellen, die auf Europa zukommen könnten. Doch zusätzliche Flüchtlinge sind nicht der Grund, aus dem man sich Sorgen machen muss. Für sie gilt im Zweifel noch die ‚Wir schaffen das‘-Parole von Angela Merkel.

Damit sollen die aktuellen Schwierigkeiten in der Flüchtlingsproblematik jetzt weder geleugnet noch bagatellisiert werden. Doch verglichen mit dem, was in Syrien auf dem Spiel steht, sind die Flüchtlinge für uns alle das bei Weitem geringste Problem.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich die Kräfteverhältnisse in Syrien in den letzten sechs Monaten grundlegend geändert. Sah es bislang so aus, als pfeife das Regime von Präsident Baschar al-Assad aus dem letzten Loch, gewinnt man nun zunehmend den Eindruck, als könne er am Ende doch noch als Sieger aus der Auseinandersetzung hervorgehen.

Seit Russland das strauchelnde syrische Regime mit seiner Luftwaffe aktiv unterstützt, rücken die Bodentruppen des Präsidenten wieder vor. Sie bestehen nach fünf langen Kriegsjahren zwar immer weniger aus echten Syrern, sind dafür aber recht erfolgreich.

Der IS taugt nur als Feindbild, nicht als echter Feind

Offiziell richten sich die russischen Angriffe gegen den Islamischen Staat und seine Anhänger. Hin und wieder werden auch Angriffe gegen die Stellungen der Terroristen geflogen. Doch die Masse der Missionen findet über Gebieten statt, die weit von den Stellungen des IS entfernt sind und von sunnitischen Rebellen gehalten werden.

Auf die russischen Luftschläge folgen die Angriffe der Bodentruppen. Deren stärkste Einheiten werden von der libanesischen Hisbollah und iranischen Freiwilligenverbänden gebildet. Beide Gruppen gehören dem schiitischen Islam an. Mit Präsident Assad verbindet sie vor allem der Wunsch, die Entstehung eines sunnitisch geprägten syrischen Staates unter allen Umständen verhindern zu wollen.

Um die Terroristen vom IS kümmert sich momentan nur der Westen. Den anderen Parteien sind die verschrobenen Gotteskrieger vergleichsweise egal. Ihnen geht es um die Neuordnung Syriens nach dem Ende des Bürgerkriegs und in dem wird der IS mit Sicherheit keine allzu große Rolle spielen, weil seine Finanzbasis der Verkauf von Öl über die Türkei und den Irak leicht untergraben werden kann.

Obwohl der IS faktisch nur am Rande interessiert, liefert er allen Seiten einen „guten“ Grund, sich aktiv in den Bürgerkrieg einzumischen. Russland hat es im Herbst 2015 vorgemacht und nun könnten die Türkei oder eines der anderen sunnitisch geprägten arabischen Länder geneigt sein, dem russischen Beispiel zu folgen.

War all die Mühe umsonst? Sind die investierten Millionen verloren?

Krieg ist immer ein blutiges Geschäft, aber eben auch ein Geschäft und dieses muss sich bekanntlich rechnen. Will heißen, wer viel Geld in die Hand nimmt, um in einem anderen Land eine entsprechende Wirkung zu erzielen, der wird sich nicht einfach zurückziehen und seine „Investition“ abschreiben, nur weil ein anderer noch mehr Geld einsetzt und momentan stärker erscheint.

An dieser Stelle folgen Kriege immer ihrer eigenen Logik. Für Deutschland war es beispielsweise während des Zweiten Weltkriegs schon im Jahr 1943 offensichtlich, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Was folgte war allerdings nicht ein verstärktes Bemühen um Frieden, sondern Joseph Goebbels zynische Frage „Wollt Ihr den totalen Krieg?“, also eine Intensivierung der bisherigen Anstrengungen.

Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei stehen heute an einer ähnlichen Schwelle. Was der Fall von Stalingrad für die NS-Führung war, könnte im syrischen Bürgerkrieg der Fall von Aleppo für das sunnitische Lager sein. Ein markanter Wendepunkt, an dem sich die Waagschale eindeutig zugunsten der Gegner zu neigen beginnt.

Vor dem Krieg war Aleppo die zweitgrößte Stadt des Landes. Fällt sie, ist der Krieg für das sunnitische Lager so gut wie verloren, denn dann werden sich die sunnitischen Rebellen nicht mehr lange halten können. Der Triumph Russlands, des Irans und des Assad-Regimes wäre ein beispielloser Gesichtsverlust für all jene Länder, die in den vergangenen fünf Jahren die Rebellen offen oder verdeckt unterstützt haben.

Welche ausländische Macht interveniert als nächste?

Der Abschuss des russischen Kampfjets durch die türkische Luftabwehr im Herbst des letzten Jahres sollte aus türkischer Sicht vermutlich eine deutliche Warnung an Moskau sein. Verstanden hat sie jeder. Genützt hat sie wenig, denn die Luftangriffe gegen die von der Türkei unterstützten Rebellen gingen weiter und nun werden diese auch am Boden immer weiter zurückgedrängt.

Eine neuerliche Wende in der Schlacht ließe sich nur auf zwei Arten bewerkstelligen. Es müsste die russische Luftherrschaft gebrochen werden und die Offensive der Assad-Truppen müsste durch eine Gegenoffensive wieder zurückgedrängt werden. Gewonnen wäre der Krieg dann zwar noch nicht, aber zumindest wäre der Status vor dem Eingreifen der Russen in den Konflikt wiederhergestellt.

Durch die Auslieferung von schultergestützten Luftabwehrwaffen könnte die russische Luftüberlegenheit, ähnlich wie in den späten 1980er Jahren im Afghanistankrieg praktiziert, gebrochen werden. Nur die gelieferten Waffen könnten auch den Besitzer wechseln und anschließend auch gegen die Kampfflugzeuge des Westens eingesetzt werden.

Eine solche Entwicklung wird auch in der Türkei und in Saudi-Arabien niemand wollen, denn das Verhältnis zu den USA und den Verbündeten wäre danach schwer belastet. So bleibt eigentlich nur noch die Möglichkeit einer Bodenoffensive. Für sie sind die sunnitischen Rebellen vermutlich zu schwach. Ihnen gelingt es derzeit ja nicht einmal das eigene Territorium zu halten.

Wenn die Lage eskaliert, steht der ganze Nahe Osten in Flammen

Vor diesem Hintergrund bekommt die Bereitschaft der saudischen Führung, eigene Bodentruppen zum Kampf gegen den IS nach Syrien zu schicken eine gefährliche Note. Wenn diese, ähnlich wie es die Russen tun, offiziell gegen den IS ausrücken, sich in erster Linie aber die Verbände von Präsident Assad vorknöpfen, ist die Basis zu einem Flächenbrand gelegt.

Auch die Türkei könnte geneigt sein, ihre Soldaten die Landesgrenze überschreiten zu lassen. Im Kampf gegen die Kurden hat der türkische Präsident Recep Erdoğan bereits deutlich gemacht, das die Grenze eines souveränen Staates für ihn im Zweifelsfall kein Hindernis darstellt und seine Soldaten auf irakisches Territorium vorrücken lassen.

Schnell stünden sich dann auch russische und türkische bzw. iranische und saudi-arabische Soldaten in Kampfhandlungen gegenüber. Was eine derartige Entwicklung für die gesamte Region bedeuten würde, steht außer Frage.

Ist der Ölpreis in einigen Monaten wieder dreistellig?

Man muss nicht gleich das Extremszenario eine Dritten Weltkriegs bemühen, aber dass die NATO Schwierigkeiten haben wird, sich aus einem Flächenbrand im Nahen und Mittleren Osten herauszuhalten, ist anzunehmen.

Den Ölpreis würde eine derartige Entwicklung zwangsläufig reagieren und sofort in extreme Höhen schießen. Dass die Öllager gerade voll sind und die Weltwirtschaft momentan weniger Öl benötigt, wird, wenn am Persischen Golf und in Syrien scharf geschossen wird, im Zweifelsfall niemanden interessieren.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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Deutschlands Krieg in der Luft – ein Rückblick auf die Entwicklung und die Leistungen der Heeres-Luftstreitkräfte im 1. Weltkrieg von Ernst von Hoeppner. Nachdruck der Originalauflage von 1921.

Der am 14. Januar 1860 in Tonnin auf der Insel Wollin geborene Ernst Wilhelm Arnold von Hoeppner war preußischer Offizier und General der Kavallerie, sowie von 1916 bis 1918 als Kommandierender General Befehlshaber der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg.

Am 15. November 1916 wurde er von Kaiser Wilhelm II. mit der Wahrnehmung der neugeschaffenen Stelle des „Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte“ betraut und kehrte ins Große Hauptquartier zurück.

Seine dortigen Verdienste um die Entwicklungen der Luftstreitkräfte wurden am 8. April 1917 mit der Verleihung des Ordens Pour le Mérite gewürdigt. Kurz vor seinem Tod am 26. September 1922 erschien die Originalausgabe seines Rückblicks auf die Leistungen der der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg.

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Terrorismus und Wirtschaft

Spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA zählt der internationale Terrorismus zu den beherrschenden Themen in den Medien und dominiert seither die internationale Politik. Die öffentliche Darstellung und Wahrnehmung von Terrorismus konzentriert sich naturgemäß auf die Anschläge, die Opfer und die Trauer der betroffenen Angehörigen.

Durch die Internationalisierung des Terrorismus auf der einen Seite und die Globalisierung der Weltwirtschaft auf der anderen Seite ergeben sich jedoch auch ökonomische Fragestellungen, die zunehmend Aufmerksamkeit finden: Welche direkten und indirekten Folgen hat die terroristische Bedrohung für die Wirtschaft? Von welchen Faktoren hängt die ökonomische Wirkung eines Terroranschlages ab? Und können das Krisenmanagement bzw. die populären Anti-Terrormaßnahmen die negativen Auswirkungen zielführend bekämpfen?

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Der ultimative Trading-Guide

Nahezu jeder aktive Anleger und Trader sehnt sich nach einem Tradingsystem – nach bestimmten Regeln, auf Grund derer er kauft und verkauft.

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Die 29 Irrtümer rund ums Geld

Weltweit gibt es kaum etwas, womit wir so häufig umgehen wie mit Geld und worüber wir trotzdem so wenig wissen. Auch heute werden wir in Sachen Geld immer noch als Analphabeten aus der Schule ins Leben entlassen. Und auch in der Lebenswirklichkeit ist das Thema Geld mit vielen blinden Flecken behaftet, selbst in der Wirtschaftswissenschaft.

Bestimmte Fehlstrukturen innerhalb unseres Geldsystems werden nicht erörtert, auch nicht ihre Auswirkungen auf den sozialen oder ökologischen Bereich. Selbst Problemfelder wie Arbeitslosigkeit, leere Kassen oder Wachstumszwang werden immer noch nicht mit den monetären Fehlstrukturen in Verbindung gebracht.

Dazu existieren einfach immer noch zu viele Irrtümer. So glaubt man zum Beispiel bis heute, dass Zinsen für alle Sparer von Vorteil und Zinszahlungen nur für Kreditnehmer Belastungen sind. Auch die Geldschöpfung der Banken geistert noch immer durch die Köpfe, oder die Auffassung, dass Wirtschaftswachstum und Globalisierung unverzichtbar sind, dass Geld ein neutrales Tauschmittel ist und ohne Wirkungen auf die Tauschvorgänge.

Dieses Buch klärt in verständlicher Sprache über die wichtigsten irrtümlichen Vorstellungen auf, über die Vorgänge um und mit unserem Geld.

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Deutschland in der Globalisierung

Die Globalisierung verändert Deutschland:internationale Finanzkrisen, Klimawandel, Welthandel, internationaler Terrorismus, Konflikte um Rohstoffe, der wirtschaftliche Aufstieg von China und Indien oder der weltweite Wettbewerb in dem Unternehmen und Arbeitnehmer stehen: vieles, was die Menschen in Deutschland heute bewegt, wirkt von außen auf sie ein.

Die internationale Finanzmarktkrise im Herbst 2008 hat deutlich gemacht, dass Deutschland kein nationales Biotop, sondern global vernetzt und auf’s Engste mit der Welt verflochten ist. Nationale Regelungen greifen zu kurz.

Effektive Lösungen für die globalen Herausforderungen müssen deshalb auf internationaler Ebene gefunden werden. Nur durch gemeinsames Handeln innerhalb eines institutionellen Rahmens können diese Herausforderungen bewältigt werden.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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