DAX, Öl & Co.: Sommergewitter oder Herbststürme?

Bernd Heim
By Bernd Heim / 22. August 2016

Dass es an der Börse nicht immer aufwärtsgehen kann, ist eine Binsenweisheit. Der Markt muss hin und wieder auch einmal ausatmen und tiefere Kurse zulassen. In diesen Fällen stellen sich immer wieder die Fragen ‚Wie lang kann es abwärtsgehen?‘ und ‚Wie lange muss es abwärtsgehen?‘

Die erste Frage richtet ihren Blick primär auf die Faktoren Markttechnik und Stimmung. Wie intakt sind die Trends und wie zuversichtlich oder mutlos die Anleger? Einen übergeordneten Trend hatte das Börsenjahr 2016 bislang nur eingeschränkt zu bieten: Der Markt tendierte im Wesentlichen seitwärts. Das allerdings tat er unter zum Teil großen Schwankungen.

Die Anleger wirken vor diesem Hintergrund eher wie Getriebene. Das macht sie so verletzlich und angreifbar. Hinter jeder Ecke lauert eine neue Nachricht, die Investoren wie Trader gleichermaßen auf dem falschen Fuß erwischen könnte. Entsprechend hoch ist das Stressniveau und entsprechend groß die Bereitschaft, beim kleinsten Anzeichen einer sich abzeichnenden Veränderung die Richtung zu wechseln.

Im Juli schien es, als hätten sich die Märkte vom Brexit-Schock erholt und wieder einigermaßen gefangen. Die Einbrüche von Ende Juni waren verdaut und viele Aktien und Indizes notierten höher als vor dem britischen Europa-Votum. So weit, so schön. Doch da an der Börse immer die Zukunft gehandelt wird, sind diese Kursgewinne längst wieder Schnee von gestern.

Der Herbst wirft seinen Schatten voraus

Was heute zählt, sind die Aussichten für den Rest des Jahres. Um auf eine ordentliche Jahresendrallye zu hoffen, ist es noch viel zu früh. Der in der breiten Öffentlichkeit als Crashmonat gefürchtete Oktober und der September sind noch zu überstehen. Von Letzterem wissen die Anleger, dass er im Durchschnitt noch schlechter auszufallen pflegt als der ohnehin schon von allen gefürchtete Oktober.

Wenn Sie mich fragen: Keine guten Aussichten für unbeschwerte Bullenträume. Erst recht nicht in einer Zeit, in der die Banken wieder zu einer auffälligen Schwäche neigen und das Gespenst einer Kapitalerhöhung umgeht. Der Ende Juli veröffentlichte Stresstest konnte die Gemüter zwar etwas beruhigen, doch das Grundproblem der unterkapitalisierten Banken beheben konnte er nicht.

Das wird auch keinem anderen Stresstest jemals gelingen, denn die Tests vermitteln vor allem eines: einen Überblick über die durchschnittliche Kapitalausstattung der getesteten Kreditinstitute. Durchschnitte geben uns zwar einen guten Überblick, aber über einen einzelnen Kandidaten sagen sie dennoch herzlich wenig aus.

Es ist die Verflechtung der Banken untereinander, die diesen Aspekt zu einem für die Anleger fast unkalkulierbaren Risiko macht. Mögen Europas Banken allgemein gut auf mögliche Gefahren in der Zukunft vorbereitet sein, kann doch ein einzelner Ausreißer die gesamte Branche in erhöhte Schwierigkeiten bringen.

Gefangen zwischen Bankenkrise und gefallenem Ölpreis

Der Blick in die Jahre 2007 und 2008 zeigt, dass es im Grunde nur eines einzigen größeren Stolpersteins bedarf, um nicht nur eine einzelne Branche, sondern gleich unser ganzes Finanzsystem an den Rand des Abgrunds zu führen. Hinter den Kulissen wird deshalb schon länger sehr intensiv die Frage diskutiert, welches Institut die zweifelhafte Ehre hat zur ‚Lehman Brothers des Jahres 2016‘ aufzusteigen bzw. aufsteigen zu können.

Ganz vorne in der Reihe der möglichen Kandidaten stehen mit der Deutschen Bank und Commerzbank gleich zwei Aktien aus dem DAX. Beide benötigen dringend frisches Geld. Dieses muss entweder selbst verdient oder von den Anteilseignern in Form einer Kapitalerhöhung zugeführt werden.

Fällt das Wort ‚Kapitalerhöhung‘, werden Aktionäre der Commerzbank unweigerlich verschreckt zusammenzucken, denn in ihrer Erfahrung verbindet sich das Wort sofort mit dem Schreckenswort ‚Verluste‘. Das wissen natürlich auch die Aktionäre der Deutschen Bank und die professionellen Leerverkäufer aus den USA wissen es auch. Nicht umsonst stehen die Aktien der Banken in diesem Jahr mächtig unter Druck und nicht ohne Grund konnte sich der DAX bislang noch nicht entscheidend von der runden 10.000 Punkte-Marke absetzen.

Das hätte er vielleicht geschafft, wäre der Ölpreis in den letzten Monaten weiter gestiegen. Doch das schwarze Gold tat den Anlegern diesen Gefallen nicht, sondern fiel im Preis wieder deutlich zurück. Anfangs nur recht zögerlich, dann immer schneller. Auch hier ist ein Ende der Talfahrt und damit ein Umschwung der Stimmung noch nicht in Sicht.

Doppelte Krise oder doppelter Befreiungsschlag?

Normalerweise wirkt ein sinkender Ölpreis wie ein globales Konjunkturprogramm oder eine weltweite Steuersenkung. Doch an der Börse dürfte ähnlich wie im Januar und Februar eine andere Sichtweise vorherrschen. Hier sieht man momentan die Gefahren und nicht die Chancen. Es gibt zu viel Öl und zu wenig Nachfrage und beides ist gewiss kein Grund, euphorisch zu werden und die Kurse dauerhaft steigen zu lassen.

Hebt in einem derartigen Umfeld eine Bank die Hand und bittet ihre Anteilseigner oder den Staat um Geld, wird es für alle Beteiligten schwer, sich auf der schiefen Bahn zu halten. Am Ende könnte eine Entwicklung stehen, die fatal an die Ereignisse der Jahre 2007 und 2008 erinnert und einen neuen Kampf der Banken um das eigene Überleben einleitet.

Lösen sich beide Spannungen jedoch wieder auf und erscheinen für die Anleger als beherrschbar, ist mit einer Wiederholung der Rallye aus dem Frühjahr durchaus zu rechnen. Fraglich ist nur, auf welchem Niveau sie startet und zu welchem Zeitpunkt.

Die verbleibenden vier Monate des Jahres könnten deshalb noch einige unerwartete und überraschende Wendungen bringen. Wendungen zum Guten ebenso wie eine Verschlechterung der Situation. Oder anders ausgedrückt: Die Unsicherheit wird uns erhalten bleiben und wir müssen uns gedanklich auf alles vorbereiten. Auf alles!

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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Werner Pohl beschreibt die dramatischen Veränderungen in unserer Gesellschaft seit der Gründung der Europäischen Union. Alles wird permanent teurer! Die üblichen Gehaltserhöhungen und Rentenanpassungen reichen kaum noch, um die Inflation auszugleichen, und erst recht nicht für mehr Kaufkraft. Der Staat spart uns zu Tode. Andererseits werden utopische Summen für einen Rettungsschirm ausgegeben, der keiner ist. Vor diesem Hintergrund stellen sich immer mehr Fragen: Wer zahlt eigentlich die Milliarden für den Rettungsschirm? War er überhaupt notwendig? Wer steckt hinter dieser Politik? Wohin führt uns dieser von den Mächtigen vorgegebene Weg? Wer regiert die EU wirklich? Wird die Welt in Europa künftig schlechter oder besser? Wenn diese Fragen auch Sie mehr und mehr beschäftigen, dann lesen Sie dieses Buch. Es kann Ihr Leben verändern!

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Die Erfolgsgeheimnisse der Börsenmillionäre

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Vielen gelang ein fast unglaublicher Aufstieg, der gelegentlich nur noch durch ihren tiefen Fall überstrahlt wurde. Bis heute ist die Wall Street das wohl größte Sammelbecken einzigartiger Charaktere, die mitunter eine ganze Generation geprägt haben. Der „nette Onkel“ Warren Buffett, Silicon-Valley Unternehmer Elon Musk, Hedgefonds-Manager Steve Cohen, sie alle sind an der Börse oder durch die Börse reich geworden.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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