Was, wenn die Illusion zerfällt?

Bernd Heim
By Bernd Heim / 30. August 2016

Normalerweise sollten starke Ergebnisse aus der Wirtschaft die Kurse treiben. Seit der Finanzkrise sind es jedoch in erster Linie die Notenbanken, die mit ihrer Politik des leichten Geldes die Anleger in die Aktienmärkte treiben. Zwar hat sich die Wirtschaft in den vergangenen Jahren wieder ein wenig erholt, doch für einen selbsttragenden Aufschwung reichte die Kraft nicht.

Immer wieder waren neue QE-Programme notwendig, um die Kurse auf Kurs zu halten. Diese Beobachtung führt zwangsläufig zu der Frage, wie die Märkte reagieren werden, wenn die tatkräftige Unterstützung der Notenbanken eines Tages nicht mehr gewährt wird.

In diesem Fall wären die Anleger selbst gefordert und vermutlich überfordert, denn auf einen Aufschwung an der Börse zu setzen erfordert erstens Geld und zweites einen gesunden Optimismus. In diesem Jahr präsentierten sich die Investoren tendenziell optimistisch, obwohl ihnen der Wind zeitweise recht heftig ins Gesicht wehte. Doch die Stimmung kann schnell drehen.

Sollte sie drehen und sollten die Notenbanken ihre unterstützenden Maßnahmen eines Tages einstellen oder sie nicht mehr im gewohnten Umfang fortsetzen, stehen die heutigen Kurse auf tönernen Füßen. Ein crashartiger Abverkauf, an den sich eine lang anhaltende Rezession anschließt, ist dann zu erwarten.

Selbsttragendes Wirtschaftswachstum aus der Druckerpresse?

Muss es so kommen? Nicht unbedingt sofort. Aber es ist illusorisch zu erwarten, dass man strukturelle Probleme mit einer besonders schnell rotierenden Notenpresse in den Griff bekommen könnte. Das Ziel war, das schwache Wirtschaftswachstum durch das billige Geld zu beleben. Erreicht wurde, dass man die Symptome der Krankheit für eine gewisse Zeit überdeckt.

Diese Zeit könnte nun abgelaufen sein. Dass sie in jedem Fall endlich ist, dürfte außer Frage stehen. Ein Grund für diesen Pessimismus ist, dass die grundlegenden Probleme nicht behoben wurden. Im Gegenteil: Sie haben sich in den letzten Jahren sogar noch verschärft.

Die günstigen Zinsen halten nicht tragfähig Geschäftsmodelle etwas länger am Leben. Benötigt würden aber Geschäftsmodelle, die durchgängig Gewinne erwirtschaften und sich dadurch selbst tragen, egal wie hoch oder niedrig die allgemeinen Zinssätze sind. Gleiches gilt für die hoch verschuldeten Staaten. Sie finanzieren sich derzeit etwas günstiger. Aber das Grundproblem, dass die Steuereinnahmen nicht ausreichen, um die zu stemmenden Lasten zu finanzieren, bleibt bestehen.

Über all das hinweg täuschen die hohen Vermögenspreise. Sie suggerieren eine gesteigerte Werthaltigkeit, die nicht an die wirtschaftliche Realität rückgebunden ist. Derartige Kurse sind stark einsturzgefährdet, wenn den Anlegern bewusst wird, dass die Börse derzeit kein Abbild, sondern nur ein Trugbild der gegenwärtigen Wirtschaft ist.

Hohe Kurse als Vertrauenssiegel

Solange die Bevölkerung die aktuellen Aktienkurse und Immobilienpreise als Zeichen einer soliden Wirtschaftslage interpretiert, besteht für die Notenbanken kein Grund zur Sorge. Das heißt im Gegenzug, das die Börsenkurse und die Häuserpreise immer eine gewisse Höhe haben müssen, damit die Bevölkerung nicht nervös wird. Wird diese Mindesthöhe unterschritten, droht Gefahr.

Entscheidend wird sein, wie Politik und Notenbanken auf diese Gefahr reagieren werden. Maßnahmen zur Kurspflege sind eine Möglichkeit. Von verbalen Stützaktionen bis hin zu neuen Maßnahmen der quantitativen Lockerung sind viele Schritte denkbar. Sie sind in der Vergangenheit gegangen worden und es spricht viel dafür, dass diese Maßnahmen auch zukünftig wieder zum Einsatz kommen.

Kritisch zu betrachten wäre der Einsatz von Hubschraubergeld. Es könnte das Vertrauen der Anleger endgültig erschüttern, denn wenn eine Notenbank zu einer derart einschneidenden und ungewöhnlichen Maßnahme greifen muss, kann es um die Wirtschaft kaum gut bestellt sein.

Da die meisten Immobilien und auch sehr viele Aktien auf Kredit gekauft wurden, könnte eine Verkaufswelle leicht in eine deflationäre Spirale münden, die immer mehr Marktteilnehmer dazu zwingt, ihre Positionen zu schließen bzw. kreditfinanzierte Engagements zurückzufahren. Dies ist eine der Gefahren unserer Zeit. Es ist nicht die einzige Gefahr, aber gewiss auch nicht die geringste.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim


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In ihrem preisgekrönten Werk erweckt Margaret MacMillan faktengesättigt, prall und unterhaltsam das dramatische Geschehen rund um diese Friedenskonferenz zum Leben. Es gelingt ihr, die beteiligten Akteure brillant zu porträtieren und ihre nicht immer hehren Motive deutlich zu machen.

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Die schmutzigen Machenschaften der Bestatter

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Aber einige bekommen scheinbar nicht genug. Ihre Dreistigkeit, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen kann man ohne zu übertreiben, als kriminell bezeichnen. Oft wird für Leistungen kassiert. die nie ausgeführt wurden. Na und? Es kontrolliert ja keiner.

Der Gedanke, diese Betrügereien an die Öffentlichkeit zu bringen, spukte schon lange in meinem Kopf herum. Nur war dieses Vorhaben für mich undurchführbar, solange ich als Freiberufler mit einigen Bestattungsfirmen kooperieren musste. Jetzt, im Ruhestand, möchte ich einen kleinen Teil dazu beitragen, den finanziell verwöhnten Bestattern die Suppe zu versalzen, und sie auffordern, mit den Preisen im Bereich der Vernunft zu bleiben und vor allem nur das in Rechnung zu stellen, was auch tatsächlich ausgeführt wurde.

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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