Wer Gold kauft, muss mit Schmerzen leben! Wer Gold nicht kauft auch!

Sie spielen mit dem Gedanken Gold zu kaufen, zögern aber noch, weil Sie fürchten, Ihr Kauf könnte zu früh erfolgen? Schon im vergangenen Jahr dachten Sie, dass das Tal der Tränen durchschritten sei und die Edelmetalle ihre Korrektur beendet hätten, nur um wenige Monate später enttäuscht festzustellen, dass die Preise für Gold und Silber wieder zurückgefallen sind?

Nun könnte die Situation aus dem Vorjahr sich wiederholen und der positive Start der Edelmetalle in das Jahr 2018 sich erneut als eine Falle herausstellen. Die Gefahr ist real und sie ist nicht von der Hand zu weisen, denn obwohl die Finanzwelt seit 2012 um einiges gefährlicher und instabiler geworden ist, können Gold und Silber von dieser Entwicklung seit fünf Jahren nicht mehr profitieren.

Ihr Preis bildete sich zunächst zurück und hält sich nun tapfer über wichtigen Marken, die als Unterstützungen gelten. Das will aber nicht unbedingt etwas heißen, denn werden diese Marken gebrochen, droht ein weiterer Abverkauf, der den Goldpreis schnell auf ein dreistelliges Niveau zurückfallen lassen kann.

Wenn der Goldpreis in der Krise schon nicht mehr anspringt, was soll man dann erst in guten Zeiten von ihm erwarten? Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass viele Anleger den Edelmetallen momentan recht kritisch gegenüberstehen, obwohl sie grundsätzlich positiv für den Erwerb von Gold und Silber gestimmt sind.

Kein Ausweg aus dem Schmerzdilemma

Lösen lässt sich dieses Dilemma nicht, höchstens aushalten. In diesem Fall bleiben zwei Alternativen: Man wartet auf den finalen Ausverkauf, um dann zu den besonders günstigen Preisen sehr viel Material aufzunehmen. Das setzt eine gewisse mentale Stärke voraus, sowohl beim Abwarten, wenn es den anderen Investoren schon längst in den Fingern juckt, und natürlich auch beim Kauf, der antizyklisch genau in dem Moment erfolgen muss, in dem jeder zu wissen meint, dass man mit dem Erwerb von Gold und Silber keinen Blumentopf mehr gewinnen kann.

Die zweite Alternative ist auch nicht einfach umzusetzen. Sie besteht in einem fortgesetzten Kauf von Gold und Silber, ohne dem aktuellen Preis dabei eine zu hohe Bedeutung beizumessen. Man vermeidet auf diese Art, dass man nicht mit von der Partie ist, wenn der Goldzug plötzlich anfahren und den Bahnhof verlassen sollte. Das kann jederzeit passieren und niemand weiß, ob es dann noch möglich ist, auf ihn aufzuspringen.

Weil nichts in der Welt nur Vorteile hat, sind auch diese beiden Alternativen mit Nachteilen verbunden. Sie treten in Form von psychologischen Schmerzen immer dann auf, wenn der Preis der Edelmetalle sich in die Richtung entwickelt, die konträr zu den eigenen Erwartungen liegt, also wenn er steigt, während man noch auf einen tieferen Einstiegszeitpunkt wartet oder wenn er fällt, nachdem man bereits gekauft hat.

Für einen dieser beiden Schmerzen müssen Sie sich entscheiden, wenn Sie noch kein Gold und Silber besitzen oder noch nicht genügend Barren und Münzen Ihr Eigen nennen und Ihren Bestand deshalb weiter ausbauen möchten. Und da die Börse gerne den Weg des größten Schmerzes geht, haben wir Grund zu der Annahme, dass diese Schmerzen sich anschließend auch bei uns einstellen werden, egal, wie wir uns letztendlich entscheiden.

Die Zeit arbeitet zunehmend für die Edelmetallkäufer

Ein Kriterium, das uns bei der Entscheidung der Frage helfen kann, ist die Zeit. Seit 2012 sind inzwischen sechs Jahre vergangen. Die Edelmetallpreise haben sich in dieser Zeit tendenziell zurückgebildet, während die Kurse von Aktien und Anleihen kräftig gestiegen sind. Eine so gegenläufige Bewegung hat immer Konsequenzen, erst recht, wenn sie über einen längeren Zeitraum erfolgt – und sechs Jahre sind durchaus als ein längerer Zeitraum anzusehen.

Verglichen mit anderen Werten, in die man als Anleger sein Geld alternativ investieren kann, sind die Edelmetalle momentan immer noch günstig. Von einer Überbewertung des Goldes kann deshalb keine Rede sein. Da das Verhältnis im Laufe der Zeit stark schwankte, jedoch selten so tief war wie jetzt, können wir davon ausgehen, dass es sich in Zukunft wieder erhöhen wird.

Wie weit es sich erhöht und wann das geschehen wird, wissen wir nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Erhöhung ist groß und sie steigt mit jedem Tag, an dem sich die Finanzwerte besser entwickeln als der Preis von Gold und Silber. Mit diesem Wissen lässt sich eigentlich recht entspannt in die Edelmetalle investieren.

Aber eine Gewähr für nicht mehr weiter fallende Kurse ist das Verhältnis nicht. Es war schon im letzten Jahr vergleichsweise tief und steht heute immer noch nicht viel besser dar. Es ist aber ein starker Indikator dafür, dass der nächste größere Umschwung an den Märkten zu einer Normalisierung der Verhältnisse führen wird. Gold und Silber sollten sich vor diesem Hintergrund auf absehbare Zeit deutlich besser entwickeln als Anleihen und Aktien.

Setzen Sie auf die langfristigen Bewegungen

Wer von diesem Wechsel profitieren will, der baut jetzt seinen Bestand an physischem Gold und Silber weiter aus. Schlägt das Pendel um, profitieren diese Anleger von der momentanen Unterbewertung und dürften im Vergleich zu anderen Anlageformen in den kommenden Jahren höhere Renditen für sich verbuchen.

Verzögert sich der Umschlag noch ein wenig, so droht dennoch keine große Gefahr, denn als Barren und Münzen unterliegen die Edelmetalle keinem Zeitwertverlust und ein Knockout-Risiko ist auch nicht gegeben. Mit ihnen kann man als Anleger auch dann gut leben, wenn die eigene Kapitalmarktprognose etwas länger braucht um Realität zu werden.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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