Beim Kampf gegen das Bargeld werden die NATO-Staaten sich am Ende sogar mit Russland und China verbünden

Der Kampf gegen das Bargeld ist kein geheimer Krieg der Nachrichtendienste. Er wird teilweise sehr offen geführt und hat es nicht nötig, sich verdeckter Operationen und anderer schmutziger Geschäfte zu bedienen. Das heißt allerdings nicht, dass er ehrlich geführt wird.

Wir sollten auch nicht annehmen, dass die Politik auf der Seite des Bargelds stünde. Im Gegenteil: Sie tut viel, um das Bargeld zu diskreditieren und seinen Gegnern einen Vorteil zu verschaffen. Dabei wird mit vielen Lügen und Unterstellungen gearbeitet, die, wenn man sie erkennt, viel mehr über den Lügner selbst als über das verteufelte Bargeld aussagen.

Die natürlichen Feinde des Bargelds sind jene Unternehmen, die eine elektronische Alternative anbieten. Sie verdienen an geprägten Münzen und gedruckten Banknoten nichts oder zumindest nicht viel. Aber ihre Kasse klingelt, wenn wir per Kreditkarte, elektronischer Überweisung oder mit Bitcoins bezahlen.

Es ist nachvollziehbar, dass diese Unternehmen uns aus wohlverstandenem Eigeninteresse das Bargeld madigmachen und die vielen Vorzüge einer bargeldlosen Bezahlungsweise nahelegen möchten. Nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar ist jedoch, dass Regierungen und Staaten so eindeutig auf ihrer Seite stehen.

Geschäfte machen oder enteignen? Was ist das Ziel der Bargeldgegner?

In vielen Portemonnaies liegen Bargeld und Kreditkarte heute eng beieinander. Der Anbieter des elektronischen Geldes verdient aber nur dann, wenn die Kreditkarte bei unseren Käufen auch tatsächlich eingesetzt wird. Nutzen wir das Bargeld gehen diese Unternehmen leer aus. Sie machen keinen Gewinn, haben aber ihre Kosten, denn der ganze Apparat im Hintergrund will auch dann unterhalten und bezahlt werden, wenn wir Kunden unsere Karten nicht oder nicht sehr häufig nutzen.

Aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Kreditkartenunternehmen uns zum Einsatz der Karte drängen und es beispielsweise in ihren AGBs nicht wünschen, dass auf dem Kreditkartenkonto Guthaben aufgebaut werden. Ihr Interesse ist legitim, weil es ein reines Geschäftsinteresse ist. So wie ThyssenKrupp Stahl verkauft, verkaufen diese Unternehmen ihre Finanzdienstleistungen und ziehen ihren Gewinn daraus.

Ganz anderer Natur ist das Interesse des Staates an einem baldigen Verschwinden der Münzen und Geldscheine. Hier steht unausgesprochen die Schuldenproblematik im Hintergrund. Sie muss eines Tages gelöst werden und diese Lösung kann nur darin bestehen, dass entweder die Schuldner leisten, also ihre Kredite tilgen, oder die den Schulden gegenüberstehenden Guthaben entwertet werden.

Da eine Rückzahlung der vielen Schulden faktisch nicht mehr möglich ist, wird es am Ende auf eine Entwertung der Guthaben hinauslaufen. In der Vergangenheit erfolgte diese Entwertung zumeist durch das Anwerfen der Druckerpresse. Es wurden so viele Banknoten gedruckt, dass diese permanent an Kaufkraft verloren und am Ende nur noch wertlose Zettel waren.

Inflation oder Ausbuchung?

Man hat in den letzten Jahren versucht, die Inflation anzuheizen und mit ihr eine Entwertung der Schulden herbeizuführen. Allerdings gelang dies nur mit mäßigem Erfolg. In der Realwirtschaft kam die Inflation nicht an. Sie zeigte sich primär bei den Preisen der Bestandsgüter. Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Diamanten und auch Kunstobjekte verteuerten sich spürbar, während die Konsumentenpreise nur langsam stiegen.

Gegen die Inflation können die Bürger sich wehren, indem sie beispielsweise frühzeitig ihr Geld in werthaltige Güter tauschen. Das geschieht bereits seit Jahren. Wäre es anders, stünde der DAX immer noch auf dem Niveau von 2009 und der Quadratmeter Immobilie wäre heute deutlich preiswerter zu haben.

Eine weitere Möglichkeit der inflationären Entwertung des Geldes zu begegnen, ist der Verzicht auf den privaten Konsum. Wenn die Preise schneller steigen als die Einkommen, sind insbesondere die unteren Einkommensschichten schnell am Limit. Ihnen bleibt nur die Möglichkeit, ihren Lebensstandard durch Verschuldung zu halten oder sich einzuschränken.

Die Einschränkung wird nicht gewünscht, da sie auf lange Sicht hässliche Bremsspuren bei den Unternehmensgewinnen und den Steuereinnahmen des Staates hinterlassen wird. Wenn die Inflation partout nicht kommen will, bleibt als Ausweg nur noch die Beseitigung der Schulden durch die Auslöschung der ihnen gegenüberstehenden Guthaben.

Die Enteignung kommt auf leisen Sohlen

An dieser Stelle kommt das Bargeldverbot ins Spiel. Wenn Bankguthaben konfisziert werden müssen, um die Schulden des Staates zu löschen, ist das Bargeld ein leicht zu gehender Fluchtweg. Er ist viel leichter umzusetzen als etwa der Tausch des Geldes in die Edelmetalle Gold und Silber. In Griechenland wurde dieser Fluchtweg in den vergangenen Jahren bereits vorgelebt: Die Bevölkerung geht einfach zum Automaten, hebt ihre Ersparnisse ab und entzieht sie so dem staatlichen Zugriff.

Ohne Bargeld gibt es diesen Fluchtweg nicht mehr. Aus diesem Grund muss das Bargeld verschwinden. Je schneller, desto besser und je lautloser, desto unauffälliger. Die Politik möchte keine schlafenden Hunde wecken. Sie will nicht den Frosch in kochend heißes Wasser setzen und riskieren, dass dieser alarmiert sofort wieder herausspringt, sondern sie setzt ihn bewusst in kaltes Wasser und erwärmt dieses ganz langsam. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Frosch gekocht wird, nicht dass er schnell gekocht wird.

In diesem Sinn sind all die Schritte zu verstehen, die in diesen Tagen unternommen werden. Sie alle dienen nur dem Ziel, das Bargeld immer weiter zurückzudrängen und die Bevölkerung von ihm zu entwöhnen. Die Abschaffung der großen Geldscheine, die immer schneller wachsende Zahl von Automaten und anderen Bezahlmöglichkeiten mit Karte weist eindeutig in diese Richtung.

Vordergründig geht es darum, uns das Leben leichter zu machen. In Hintergrund wird jedoch auf den Tag hingearbeitet, an dem all unsere Ersparnisse nur noch kurze oder lange Zahlenkolonnen auf einem Bankauszug sind. Ist dieser Tag angebrochen, sind Sie nicht nur ein Gefangener des Systems, weil Sie ohne Ihre Geldkarte, die man Ihnen jederzeit leicht sperren kann, gar nichts mehr kaufen können. Sie werden sich auch mit allerlei Ängsten und unguten Ahnungen herumplagen.

Der größte Bankraub der Geschichte wird an einem Wochenende kommen

Früher haben Sie sich auf die Wochenenden gefreut. Doch ohne Bargeld werden Sie die arbeitsfreien Tage fürchten, denn sie bieten sich hervorragend an für den größten Bankraub der Geschichte. Möglicherweise wird ein „Computercrash“ den offiziellen Grund abgeben müssen, aber im Grunde ist es egal, welche fromme Geschichte man Ihnen hinterher erzählen wird.

Entscheidend ist, dass Ihr Kontostand am Montag ein ganz anderer sein wird als am Freitag der Vorwoche. Wenn Sie Glück haben, fehlt nur ein wenig Geld, wenn Sie Pech haben, ist das Komma über das Wochenende überraschend um eine Stelle nach links verrutscht.

Glauben Sie nicht, dass sich der Fehler beheben und der alte Zustand wiederherstellen lässt. Ihre Ersparnisse werden weg sein – unwiederbringlich. Ärgern Sie sich nicht zu sehr darüber. Angesichts der extremen Höhe unserer staatlichen Schuldenberge ist dieser Verlust absolut alternativlos. Sorgen Sie lieber rechtzeitig dafür, dass Ihr persönlicher Verlust so klein wie nur möglich ausfällt.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

PS.: Bitte teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden, damit auch diese die Möglichkeit haben, sich mit der heute besprochenen Problematik intensiv auseinanderzusetzen.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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