Der beste Monat für Goldkäufe ist angebrochen

Willkommen im August, willkommen in dem Monat, der in der Vergangenheit mit schöner Regelmäßigkeit das Ende der schwachen Phase und den Beginn steigender Edelmetallpreise markiert hat. Im Lauf des Augusts bei Gold und Silber oder bei ihren Produzenten auf steigende Kurse zu setzen ist aus zyklischen Gesichtspunkten sehr aussichtsreich.

Ich kenne die Kurse des Jahres 2019 heute genauso wenig wie Sie, aber wenn ich heute zu entscheiden hätte, an welchem Tag ich 2019 Gold oder Silber kaufen sollte, so würde ich einen Handelstag im späten August auswählen. Die Chance, dann relativ günstig einzukaufen und einen der besten Einkaufskurse des Jahres zu erwischen, ist ausgesprochen hoch.      

Für Verkäufe bietet sich hingegen die Zeit am Ende des Winters an. Hier sind die Wochen Ende Februar bis Anfang März dem Sommer klar vorzuziehen. Aber macht es überhaupt Sinn, in der aktuellen Situation Gold oder Silber zu verkaufen, wenn man es nicht unbedingt verkaufen muss?

Wer seine Edelmetalle in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende gekauft hat, sitzt immer noch auf stattlichen Gewinnen. Ein möglicher Verkauf könnte also mit einem guten finanziellen Ergebnis abgeschlossen werden. Die Frage ist allerdings, was macht man anschließend mit dem vielen Papiergeld, das man für seine Edelmetalle erhält.

Mangel an sinnvollen Alternativen

Wenn man von Notverkäufen einmal absieht, und wenn es auch nicht das Ziel ist, das mit dem Goldverkauf freiwerdende Geld in den privaten Konsum zu stecken, so stellt sich für jeden Anleger sofort die Frage, wie er mit dem Verkaufserlös umgehen will. Im Fall des Goldes ist die Frage gar nicht so leicht zu beantworten, denn seit 2012 haben sich die Dinge grundsätzlich geändert.

Wer 2012, 2013 oder 2014 Gold verkaufte und den Erlös am Aktien-, Renten- oder Immobilienmarkt investierte, fand damals eine wesentlich bessere Ausgangslage vor als es heute der Fall ist. Auch wenn das eigene Gold nicht zum Allzeithoch verkauft wurde, was ohnehin nur den Wenigsten gelungen sein dürfte, so konnten bis 2014 noch deutlich höhere Verkaufserlöse erzielt werden als heute.

Das Geld anschließend in Aktien, Staatsanleihen oder Immobilien zu investieren, war, wie wir heute wissen, keine schlechte Idee, denn die Preise dieser Vermögensanlagen sind in den vergangenen vier bis fünf Jahren kontinuierlich gestiegen, während die Preise für Gold und Silber tendenziell rückläufig waren.

Wir Menschen neigen dazu, Trends bis in die Unendlichkeit fortzuschreiben. Nach drei Tagen Dauerregen stellt sich sehr leicht das Gefühl ein, der Regen werde niemals enden und die Nacht wirkt kurz vor dem Einsetzen der Dämmerung bekanntlich am dunkelsten und kältesten. Man könnte deshalb geneigt sein, den Trend der letzten Jahre unverändert in die Zukunft fortzuschreiben.

Gold bringt keine Zinsen

Im Grunde tut der Markt dies gerade, denn die Kursschwäche der Edelmetalle wurde von den Analysten in den letzten Jahren allgemein mit den steigenden Zinsen, einer robusten Konjunktur, einer abnehmenden Risikovorsorge der Investoren und steigenden Kursen an den Aktienmärkten begründet. Jeder einzelne dieser Gründe sprach gegen das Gold, denn Gold und Silber zu kaufen und es anschließend im eigenen Tresor zu lagern, bringt Kosten mit sich, aber keine Erträge.

Kurzfristig ist nicht davon auszugehen, dass sich die Einschätzung der institutionellen und privaten Anleger grundlegend ändern wird. Gold zu kaufen, ist derzeit nicht in Mode und die Preistrends sind bei den Edelmetallen noch nicht klar aufwärtsgerichtet. All das spricht in den Augen der meisten Anleger gegen das Gold.

Wer allerdings die Edelmetalle allerdings primär unter dem wichtigen Gesichtspunkt der Krisenvorsorge und der Absicherung sieht, für den stellt sich die Lage ganz anders und wesentlich positiver dar.

Weil Gold und Silber momentan so unbeliebt sind, kann man über ihre Preise viel sagen, nur nicht, dass augenblicklich überzogene Liebhaberpreise zu bezahlen wären. Die findet man eher bei Aktien, Staatsanleihen und den Kryptowährungen. Man kauft sein Gold, wenn man jetzt kauft, möglicherweise zum falschen Zeitpunkt, Mondpreise bezahlt man für die Barren und Münzen, die man erwirbt, jedoch nicht.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

PS.:Egal, ob Sie meinen Gedanken zustimmen oder nicht. Lassen Sie bitte auch andere an diesem wichtigen Meinungsbildungsprozess teilhaben, indem Sie diesen Artikel mit ihren Freunden und Bekannten teilen.

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

Leave a comment: