In Krise und Aufschwung zeigen die Dividendenwerte ihre Stärke

Wesentlich cleverer als jene Anleger, die auch in Phasen niedriger oder negativer Zinsen nach einer möglichst hohen Zinsrendite suchen, agieren all jene Anleger, die ihre Fehler aus der Phase der Euphorie vor der Finanzkrise sorgsam analysieren und ihre Strategien anschließend auf ein solides Fundament stellen.

Sie erkennen schnell, dass auf Dauer nicht die „tolle Story“ zählt, an der man sich als Anleger grenzenlos berauschen kann, sondern nur ein grundsolides Zahlenwerk, aus dem zweifelsfrei hervorgeht, dass ein Unternehmen am Markt gut aufgestellt und damit wirtschaftlich überlebensfähig ist.       

Eine hohe Dividende ist eines der Kriterien, die auf ein grundsolides Zahlenwerk und damit auf eine hohe Stabilität des Unternehmens verweist. Sie ist bei Weitem nicht das einzige Kriterium nach dem sich ein Investor richten sollte. Aber ein wichtiges und vor allem ein nicht manipulierbares Kriterium ist sie auf jeden Fall.

Qualität zählt

Auf ihrer Suche nach dividendenstarken Unternehmen sind diese Anleger schnell auf ein Segment aufmerksam geworden, in dem viele interessante Kandidaten anzutreffen waren – und heute immer noch anzutreffen sind: das Segment der Nebenwerte. Im angelsächsischen Raum spricht man in diesem Zusammenhang von den Small- und Mid-Caps und meint damit eine kleine oder mittlere Marktkapitalisierung.

Aber auch die etablierten Blue Chips aus den großen, international bekannten Indizes lassen sich nicht lumpen. Auch sie schütten Jahr für Jahr attraktive Dividenden aus. Den Unternehmen des DAX gelang es beispielsweise in den vergangenen Jahren die Summer ihrer Dividendenausschüttungen Jahr für Jahr zu erhöhen.

Das wird nicht ewig so bleiben. Es kommen auch einmal wieder schwächere Jahre. Aber die Grundaussage bleibt davon unberührt: In Zeiten mit niedrigen oder gar negativen Renditen an den Anleihemärkten sind solide Unternehmen mit einer hohen Dividende in den Depots der Anleger Gold wert. Sie ersetzen mit ihren regelmäßigen Zahlungen, die Ausfälle, die durch die nur schwach verzinsten Anleihen entstehen.

Kursgewinne sind gut, Kursgewinne garniert mit Dividenden sind besser

Während viele Anleger dem Aktienmarkt fernbleiben, weil sie einen möglichen Crash fürchten, vermitteln Ihnen die Dividendenwerte ein ganz anderes Bild: Unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit, die ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Kursgewinne konzentriert ist, zeigen die dividendenstarken Aktien, dass man mit ihnen als Anleger beides kann, ruhig schlafen wie mit Anleihen, weil man regelmäßige Einkünfte hat, und schöne Kursgewinne für sich verbuchen.

Ein Blick auf den langfristigen Chart zeigt, dass auch die dividendenstarken Aktien in der Krise mit Abschlägen und Kursrückgängen zu kämpfen haben. Auch ihre Kurse kamen sowohl in den Monaten zwischen 2000 und März 2003 wie während der Finanzkrise deutlich zurück. Aber diese Entwicklung vollzog sich nicht in dem Ausmaß, in dem ein typischer Growth-Investor mit Aktien aus dem Neuen Markt bzw. TecDAX zu kämpfen hatte.

Ein flüchtiger Blick auf den langfristigen Chart des DivDAX verdeutlicht dies: Nach 2000 und während der Finanzkrise verlor der DivDAX jeweils fast die Hälfte seines Werts. Natürlich waren diese Verluste ärgerlich und für die betroffenen Anleger frustrierend.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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