Solange die Zinsen niedrig bleiben, sind dividendenstarke Aktien Gold wert

Ein Blick auf die langfristigen Charts unterschiedlicher Aktien zeigt, dass Aktien, die permanent eine Dividende ausschütten auf Dauer wesentlich besser abschneiden als jene Unternehmen, die ihren Aktionären keine oder keine besonders hohe Dividende zahlen können oder wollen

Natürlich ist die Börse auch im Segment der dividendenstarken Aktien keine Einbahnstraße. Auch hier begeben sich die Kurse in einer Rezession auf Talfahrt, auch hier kann bei einzelnen Unternehmen am Ende sogar der Bankrott und für den Investor der Totalverlust stehen.      

Dennoch: Die Verluste waren in der Vergangenheit deutlich geringer als die der dividendenschwachen Aktien aus dem DAX oder die der besonders hochgejubelten Euphoriewerte des Neuen Marktes. Nach wenigen Jahren waren sie nicht nur vollständig wieder aufgeholt, sondern mit einem zusätzlichen Gewinn veredelt worden.

Nicht zu vergessen: Auch in den Jahren der Rezession wurden Dividenden gezahlt, zwar nicht so hohe wie in den Boomjahren zuvor, aber vollkommen leer gingen die Anleger nie aus. Die Dividendenaristokraten schafften es sogar in diesen kritischen Jahren ihre Dividendenhöhe zumindest zu halten oder sogar leicht zu erhöhen.

DivDAX stürmt von einem Hoch zum nächsten

Vergleichen Sie selbst die Zahlen: Der DAX korrigierte zwischen 2000 und März 2003 von knapp 8.000 Punkten auf unter 2.300 Punkte, der Neue Markt/TecDAX rutschte von 9.000 auf unter 1.000 Punkte ab, der DivDAX hingegen verlor „nur“ rund 50 Prozent, er sank von knapp über 115 auf 49,37 Punkte ab.

Während der Finanzkrise wiederholte sich das Bild. Der DAX fiel von über 8.100 auf knapp unter 4.000 Punkte. Der DivDAX hingegen ermäßigte sich sogar noch einen Tick stärker von 220 auf 94,11 Punkte, erreichte im Mai 2013 sein altes Hoch aber zeitgleich dem DAX. Von einer Underperformance in den ersten Boomjahren nach der Krise kann also keine Rede sein.

Noch beeindruckender als die Stärke in der Krise war die Dynamik des anschließenden Aufschwungs. Während DAX Investoren sich im Sommer 2018 zufrieden zurücklehnen konnten, weil der Index seit Mai 2013 noch einmal gut 50 Prozent zugelegt hatte, konnten Anleger, die im DivDAX investiert waren, darüber nur müde lächeln. Zwisschen Mai 2013 und Sommer 2018 weist der DivDAX gegenüber dem DAX eine deutliche Outperformance aus.

Anleger werden zunehmend auf die Dividendenwerte aufmerksam

Die gute Performance der Aktien mit hoher Dividendenrendite hat sich natürlich am Markt herumgesprochen. Insbesondere Mischfonds, also Fonds, die nach ihrer Satzung sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren dürfen, greifen seit einigen Jahren verstärkt auf die dividendenstarken Aktien zurück. Sie gleichen mit diese Schritt die viel zu niedrigen Renditen im Anleihensektor aus.

Diese Vorgehensweise macht Sinn, denn dividendenstarke Aktien sind die „Sparbücher unserer heutigen Zeit“. Sie sind höher verzinst und bieten dabei gleichzeitig auch eine höhere Sicherheit. Zwar kann der Kurs der Aktien schwanken, mitunter sogar recht stark. Aber da sie Sachwerte darstellen, enthalten sie nicht das Ausfallrisiko, das jeder Bank- und Sparanlage innewohnt.

Diese ist im Zweifelsfall nichts anderes als ein Kredit an die Bank und nicht erst seit der Pleite von Lehman Brothers und der augenblicklichen Schieflage der griechischen und italienischen Banken wissen wir, dass Banken und die mit ihnen verbundenen Sparprodukte untergehen können.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

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About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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