Geld und Vertrauen – eine Gleichung, die unbedingt stimmen muss

Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Die meisten von uns sind somit keine autarken Selbstversorger, sondern gehen einer sehr spezialisierten Tätigkeit nach. Eine wichtige Voraussetzung für diese Arbeitsweise ist das spezielle Berufswissen, das wir uns beginnend von unserer Ausbildung in den hinter uns liegenden Berufsjahren angeeignet haben.

Ohne dieses spezielle Fachwissen geht in unserer modernen Welt gar nichts mehr. Aber auch ohne die zweite Komponente stehen die Räder sehr bald still. Diese zweite Voraussetzung ist das Geld, mit dem wir für unsere spezialisierte Tätigkeit entlohnt werden und selbst andere für ihre Tätigkeiten entlohnen.

Wir nutzen dieses Gestaltungsmittel Geld jeden Tag und haben es doch nicht in der Hand, denn auf seine wichtigste Komponente das Vertrauen haben wir nur dann Einfluss, wenn es um uns selbst geht. Wir entscheiden, ob wir Vertrauen in die zukünftige Kaufkraft des Geldes haben und nehmen es entweder als Bezahlung für unsere Leistungen an oder aber wir lehnen es ab und fordern eine andere Art der Vergütung, bzw. verweigern die Leistung selbst.

Was sich im ersten Augenblick sehr banal anhören mag, ist ganz und gar nicht so trivial wie es im ersten Moment erscheinen mag, denn wenn dieses Vertrauen nicht mehr gegeben ist, reduziert sich die volkswirtschaftliche Leistung sofort dramatisch, weil viele Geschäfte gar nicht mehr zustande kommen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Es fehlt auf Seiten der Käufer entweder die vom Anbieter gewünschte alternative Form der Vergütung oder der Anbieter schwitzt nicht nur bei seiner Arbeit selbst, sondern auch nach der Bezahlung, weil er befürchten muss, dass seine Vergütung durch eine starke Inflationierung des Geldes wie Eis in der Sonne dahinschmilzt, ohne dass er etwas dagegen tun kann.

Obwohl dieser Aspekt von vielen Zeitgenossen derzeit nicht beachtet wird, kann man ihn nicht hoch genug einschätzen. Unser modernes Fiat-Money-Geldsystem wird seit 1971 nur durch das Vertrauen in die zukünftige Kaufkraft des Geldes gedeckt. Dieses Versprechen wird aber seit Jahren durch die Inflation systematisch unterhöhlt.

Es ist im Grunde nur noch eine Frage der Zeit, bis der sich überall in unserer Gesellschaft manifestierende Vertrauensverlust auch des Geldes bemächtigt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, werden auch unsere jetzt noch als allmächtig erscheinenden Notenbanken mit ihrem Latein am Ende sein.

Was danach kommen wird, wissen die Götter. Es gibt viele Möglichkeiten. Nur eines dürfte jetzt schon klar sein: Wer an diesem Tag nur mit den untergegangenen Fiat Money dasteht, dürfte ein gewaltiges Problem haben.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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