Die gravierenden Veränderungen am Anleihenmarkt begünstigen die nächste Krise

Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit haben sich die weltweiten Anleihemärkte in den vergangenen zehn Jahre stark zu ihrem Nachteil verändert. Das ist insofern gefährlich, weil diese Veränderungen in der nächsten Krise ihre Wirkung entfalten werden und es besteht Grund zu der Annahme, dass diese Wirkung in erster Linie zerstörerisch sein wird.

Eine wesentliche Veränderung betrifft das Volumen der Märkte. Weltweit sind die Schulden und damit das Volumen der gehandelten Anleihen auf 100 Billionen US-Dollar angestiegen. Mit über 42 Billionen US-Dollar nimmt der US-Anleihenmarkt die beherrschende Stellung ein. Er ist damit größer als der US-Aktienmarkt, der auf ein Volumen von „nur“ rund 30 Billionen US-Dollar kommt.

Innerhalb des Bondmarkts haben sich die Verhältnisse stark verschoben. Während sich die Größe des Hypothekenmarkts seit 2008 kaum verändert hat, ist der der Sektor der Unternehmensanleihen besonders stark gewachsen. Er vergrößerte sich um den Faktor 1,66 von 5,5 Billionen US-Dollar auf 9,2 Billionen US-Dollar.

Die Größe des Marktes macht es erforderlich, dass alle Ansätze einer noch so geringen deflatorischen Entwicklung von den Notenbanken im Keim erstickt werden müssen, denn in einer Deflation erhöht sich der Wert der Schulden, weil es für die Schuldner schwieriger wird, Zins und Tilgung zu erwirtschaften.

Scheitern verboten!

Scheitern zu viele Kreditnehmer daran, ihren Schuldendienst aufrechtzuerhalten, droht eine Kaskade von Forderungsausfällen. Diese können auch in den Bilanzen von an sich gesunden Unternehmen zu massiven Wertberichtigungen führen, was letztlich den Zusammenbruch der Schuldenpyramide beschleunigen könnte.

Auch aus diesem Grund sind steigende Zinsen und eine positive Realrendite in den kommenden Jahren illusorisch. Das System braucht zum Überleben niedrige Zinsen und es wird diese auch erhalten, denn welcher Notenbankchef will den endgültigen Zusammenbruch des Systems in den Geschichtsbüchern mit seinem eigenen Namen verknüpft sehen?

Für die Edelmetalle sind dies glänzende Aussichten, denn in Zeiten mit einer negativen Realrendite haben Gold und Silber in der Vergangenheit immer besonders gut abgeschnitten. Es ist anzunehmen, dass sich eine ähnliche Entwicklung auch dieses Mal einstellen wird.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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