Die Schweizer lieben das Gold

Wer glaubt, die Deutschen würden das Gold mehr lieben als andere Anleger, der sollte seinen Blick einmal auf unsere Nachbarn im Süden richten, denn im Vergleich zu den Investoren in der Schweiz sind die angeblich so goldverliebten Deutschen die reinsten Analphabeten.

In der Schweiz ist das Gold nach den Immobilien aber noch deutlich vor den Aktien und den Fonds die Anlageform, die sich der zweithöchsten Beliebtheit erfreut. Jeder fünfte Schweizer hält es für wahrscheinlich, dass er in den kommenden zwölf Monaten Gold kaufen wird.      

Gefragt nach den Gründen für ihre Entscheidung nennen die Schweizer die Sicherheit und die Stabilität des Goldes an erster Stelle. Auch das Ziel, Vermögen aufzubauen und die Intention Rendite zu erzielen, werden genannt. Doch primär lassen sich die Anleger in der Schweiz bei ihrer Entscheidung für das Gold von langfristigen Aspekten leiten.

Erster Ansprechpartner für den Kauf von Gold ist in allen Altersklassen zunächst die eigene Hausbank. Doch der Goldkauf im Internet und beim Edelmetallhändler wird zunehmend beliebter. Während die jüngeren Jahrgänge zwischen 18 und 29 Jahren nach der Hausbank am zweithäufigsten im Internet kaufen, beziehen die älteren Jahrgänge (30-39 Jahre) ihr Gold lieber bei einem stationären Edelmetallhändler.

Würden die Chinesen so viel Gold kaufen wie die Schweizer …

Im Jahr 2018 bezog die kleine Schweiz mit 37 Tonnen mehr Gold als die großen USA (28 Tonnen). Relativ zur Bevölkerungsgröße kauften die Schweizer auch deutlich mehr Gold als ihre Nachbarn in Deutschland (97 Tonnen).

Was diese Zahlen wirklich bedeuten, wird erst deutlich, wenn man zwei weitere Größen ins Verhältnis zur Goldnachfrage in der Schweiz und in Deutschland setzt: Im Riesenreich China betrug die private Goldnachfrage von 1,5 Milliarden Chinesen mit 308 Tonnen nicht einmal das Zehnfache der Nachfrage der 8,48 Millionen Schweizer.

Weltweit wurden im Jahr 2018 den internationalen Anlegern durch die Förderung der Goldminen und das recyclte Altgold 3.502,8 Tonnen Gold zur Verfügung gestellt. Mehr als ein Prozent dieser Menge wurde von Schweizer Anlegern gekauft, 2,77 Prozent in Deutschland.

Doch weder die Schweizer noch die Deutschen kommen auf einen ähnlich hohen Anteil an der Weltbevölkerung. Oder anders formuliert: Zu den Ländern mit dem größten Misstrauen in das Papiergeld und das Fiat-Money-System zählen Deutschland und die Schweiz, wobei die Liebe der Schweizer zum Gold noch etwas stärker ausgeprägt ist als die der Deutschen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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