Der Preis für Donald Trumps Handelskrieg wird nicht nur in China gezahlt

Folgt man den Äußerungen des US-Präsidenten, so wird Mexiko für die höchst umstrittene Mauer an seiner Nordgrenze zahlen und vor allem Chinas Wirtschaft zu den Leittragenden der neuen US-Zölle gehören. In Donald Trumps Worten steckt aber wie so oft mehr Wahlkampf als Wahrheit.

Natürlich wird die chinesische Wirtschaft leiden, wenn die Exporte des Landes in die USA mit Zöllen und Abgaben belegt werden, doch mit China leiden auch die übrigen Schwellen- und Entwicklungsländer. Sie ziehen einen großen Teil ihrer wirtschaftlichen Stärke aus dem Handel mit dem Reich der Mitte. Dieser wird zwangsläufig ebenfalls abnehmen, sollte der chinesische Handel mit den USA bzw. der Welthandel insgesamt rückläufig sein.

Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass der Konflikt die Volksrepublik rund 1,5 Prozent des jährlichen Wachstums kosten könnte. In Thailand waren die ersten Folgen bereits im Mai zu spüren. Dort war die Industrieproduktion um vier Prozent rückläufig. Auch für den Juni werden schwächere Zahlen als im Vorjahr erwartet.

Auch Indonesien fürchtet um seine guten wirtschaftlichen Aussichten. So erklärte die Finanzministerin des Landes unlängst, sie fürchte der Handelskrieg werde nicht nur die Exporte des Landes belasten. Auch Auswirkungen auf die Rohwarenpreise seien zu erwarten, sodass mit einer Eintrübung der freundlichen Wachstumsaussichten des Landes gerechnet werden müsse.

Indien leidet bereits unter der Politik von Donald Trump, denn seitdem dieser dem Land den Status eines Entwicklungslands aberkannt hat, ist nicht nur der Zugang zum US-Markt für indische Unternehmen schwieriger geworden. Die Maßnahmen des US-Präsidenten haben dem Land Ausfuhrvergünstigungen in Höhe von schätzungsweise 5,5 Milliarden US-Dollar gekostet.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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