Die Flexibilität des Goldes wird geliebt und gefürchtet

Im letzten Monat wurde bekannt, dass das Bundesfinanzministerium plant, den anonymen Kauf von Gold in Zukunft auf 2.000 Euro zu beschränken. Bislang liegt die Schwelle ab der die Personalien des Käufers aufgenommen werden müssen noch bei 10.000 Euro.

Angeblich dient der Entwurf und die in ihm enthaltene Verschärfung der Verhinderung von Geldwäsche. Tatsächlich sollen wir mal wieder nach allen Regeln der Kunst für dumm verkauft werden, denn schon heute muss jeder, der auch nur für einen einzigen Euro Gold oder Silber verkaufen will, sich ausweisen und seine Identität offenlegen.

Wenn es heute noch eine Anonymität beim Gold gibt, dann ist es allein die des Goldbesitzes. Sie endet zwangsläufig beim Goldverkauf. Das ist nicht viel aber immerhin etwas und es spricht für sich aber nicht für die guten Absichten der politischen Führung, dass uns dieses kleine Bisschen Freiheit nun auch noch beschnitten werden soll.

Wer Geld waschen will, der will seine Herkunft verschleiern und es möglichst schnell an einer anderen Stelle wieder in den Geldkreislauf einbringen, um sich mit ihm die Dinge zu kaufen, die wirklich erworben werden sollen. Das sind in den seltensten Fällen die Edelmetalle Gold und Silber als Hortungsmetalle.

Die Geldwäsche ist nur ein Vorwand

Die geplante Verschärfung ist damit ein weiteres Indiz dafür, dass man sich an den Schaltstellen der Macht intensiv Gedanken darüber macht, wie man den Kollaps des Finanzsystems noch ein wenig hinauszögern kann.

Wer über ein rudimentäres geschichtliches Wissen verfügt, der dürfte sich auch kaum wundern, sollte in Kanzleien und Ministerien schon heute darüber nachgedacht werden wie man den Bürger im Fall der Fälle am besten ausnehmen und zur Kasse bitten kann.

Was genau auf uns zukommt, können wir höchstens ahnen aber nicht wissen. Ein Blick zurück in die Geschichte des Geldes zeigt uns aber eines in einer nicht zu relativierenden Deutlichkeit: Wenn ein Geldsystem an sein Ende kommt, ist die Entwertung der Vermögen nicht mehr weit.

Ob man sie Währungsschnitt, Währungsreform oder Lastenausgleich nennen wird, ist unerheblich. Entscheidend ist, es wird ein Systemübergang anstehen. In früheren Zeiten haben Gold und Silber bei diesem den Menschen wertvolle Hilfe geleistet, denn sie haben einen Teil des eigenen Vermögens konserviert und über die gefährliche Übergangszeit hinweggerettet.

Es spricht viel dafür, dass es auch in Zukunft so sein wird. Fragt sich nur noch wie nah oder fern diese Zukunft für uns ist.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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