Lithium: Das weiße Gold glänzt nicht mehr

Lithium-Aktien waren in den vergangenen Jahren ein gutes Investment, mit dem die Anleger hohe Gewinne einfahren konnten. Diese Zeiten sind aber vorbei, denn aktuell bietet der Lithiumsektor ein eher trostloses Bild. Es scheint fast, als sei die Euphorie des Jahres 2017 in ihr absolutes Gegenteil umgeschlagen.

Es ist dabei fast egal, wohin man schaut, ob auf Livent, einen spezialisierten Lithiumproduzenten, der per Spin-off an die Börse kam und seitdem über 65 Prozent seines Werts verloren hat, oder andere namhafte Produzenten wie Albermarle oder die chilenische SQM bzw. die chinesische Ganfeng, immerhin der Branchenleader in China; sie alle hatten in den letzten zwölf Monaten Kursverluste zwischen 20 und 40 Prozent zu verzeichnen.

Lithium ist neben Kobalt das zentrale Metall, wenn es um die Herstellung von Batterien geht. Ob diese eher klein daherkommen und in Smartphones und andere mobile Anwendungen verbaut werden oder groß ausgelegt als Elektroantriebe in Fahrzeuge verbaut werden, ist egal. Ohne das Lithium fließt nicht genug Strom.

Das Wissen um diese Zusammenhänge sollte den Lithiumpreis eigentlich beflügeln, denn wenn all die angedachten Einsatzmöglichkeiten auch nur annähernd Realität werden, wird die Nachfrage nach Lithium stark steigen, ebenso auch der Preis des weißen Metalls selbst.

Geduld ist gefragt

Schaut man nur auf die aktuellen Preise, dann sind Lithium und Kobalt zwei Rohstoffe, die den Anlegern schmerzhaft vor Augen geführt haben, dass man mit den gehypten Zukunftstechnologien an der Börse eher Geld verlieren als welches verdienen kann.

Also alle Lithium-Aktien schnell verkaufen und schnell noch auf den Canabis-Boom setzen, bevor auch dieser abebbt? Nicht ganz. Tesla Chef Elon Musk hat im Juli während einer Analystenkonferenz betont, dass Tesla seine Batterieproduktion in den nächsten Jahren auf das 30- bis 60-Fache erhöhen müsse, um den zukünftigen Bedarf zu decken.

Obwohl Elon Musk schon so manche Prognose zu hoch angesetzt hat, ist seine Grundaussage nicht von der Hand zu weisen. Soll die Elektromobilität in den nächsten Jahren einen Großteil des Automarktes abdecken, muss die Batterieproduktion deutlich gesteigert werden.

Das wird dann auch die Aktien der Lithiumproduzenten wieder beflügeln. Bis dieser Punkt erreicht ist, werden die Minenvorstände jedoch weiter leiden und die Anleger sich noch eine Zeitlang in Geduld üben müssen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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