Viel Geld und vom Anlegen keinen blassen Schimmer

Aktuell fühlt sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland noch sehr gut an. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig und viele Betriebe suchen weiter händeringend qualifizierte Mitarbeiter. Einen Grund, sich Sorgen über die eigene Zukunft oder die des Landes zu machen, verspüren deshalb nur die Wenigsten.

Die gute Beschäftigungssituation spiegelt sich auch im Einkommen der Haushalte wider. Dieses liegt im liegt im europäischen Vergleich auf einem guten Niveau. Die Deutschen sind zwar nicht Europas Spitzenverdiener, doch die deutschen Haushalte belegen mit einem durchschnittlichen Verdienst von 33.000 Euro pro Haushalt einen guten vierten Platz in der innereuropäischen Statistik.      

Damit befinden sich die Deutschen mit Ländern wie Belgien oder Finnland auf einer Höhe. Höhere Verdienste weisen nach einer auf die Europäische Zentralbank zurückgehenden Statistik nur die Niederlande und Luxemburg auf. Dort verdienen die Menschen allerdings wesentlich mehr als die Deutschen.

Es darf bei dieser Statistik aber nicht vergessen werden, dass es sich bei dem Einkommen von 33.000 Euro um den Median der Erhebung handelt. Die Hälfte der Bevölkerung liegt über, die andere Hälfte liegt unter dieser Zahl. Über das verfügbare Einkommen der einzelnen Haushalte ist damit noch nicht viel gesagt.

Hoher Verdienst wenig Wohlstand

So gut die Deutschen darin sind, hohe Einkommen zu erzielen, so schlecht sind sie zur gleichen Zeit darin, ihr Einkommen in dauerhaften Wohlstand zu transformieren. Ein Wohlstand, der sich allein oder hauptsächlich aus dem monatlichen Verdienst ableitet, ist in dem Augenblick gefährdet, in dem das Arbeitsverhältnis endet.

Das geschieht spätestens mit dem Eintritt ins Rentenalter und auf diesen Einschnitt sind viele Deutsche alles andere als gut vorbereitet. Ein Studie, die WeltSparen durchführte, ergab, dass 51 Prozent der 2.016 befragten Deutschen überhaupt nicht für das eigene Alter vorsorgt.

Noch dramatischer stellt sich die Situation bei den Jugendlichen dar. Das Ergebnis ist erschreckend aber in der Jugendstudie Metallrente antworteten 71 Prozent der befragten Jugendlichen, dass sie sich mit den Fragen der Altersvorsorge und damit auch mit der Frage, wie man langfristig Ersparnisse aufbaut, um den eigenen Wohlstand zu sichern, überhaupt nicht auskennen.

Kann es vor diesem Hintergrund verwundern, dass die Deutschen bei den Themen Kapitalanlage und Vermögensaufbau regelmäßig einen der letzten Plätze innerhalb der europäischen Rankings belegen?

Eigentlich ist alles ganz einfach, wenn man weiß wie

Es ist traurig aber wahr: Die Masse der Deutschen verdient zwar viel Geld, kann aber mit diesem Geld nicht umgehen. Es fehlen die elementaren Grundkenntnisse. Dabei sind die gar nicht so schwer zu erlernen.

Es beginnt damit, das eigene Einkommen zu maximieren. Darin sind die meisten Deutschen, wie die EZB-Statistik zeigt, schon recht gut. Beim zweiten Punkt hapert es schon deutlich mehr. Hier gilt es die eigenen Ausgaben zu minimieren. Das beginnt damit, dass man diese zunächst einmal vollständig auflistet und anschließend kritisch hinterfragt. Was wird wirklich gebraucht? Was ist ein durchaus vermeidbarer Luxus?

Am Ende dieser Rechnung sollte ein Überschuss stehen. Wenn dieser nicht vorhanden ist, droht die Schuldenfalle, aus der es am Ende kein Entkommen mehr gibt. Bleibender Wohlstand lässt sich mit Krediten nicht aufbauen, denn die setzen zu ihrer Bezahlung Überschüsse voraus. Sind diese nicht vorhanden, bleibt am Ende statt einem Leben in Wohlstand nur der permanente Mangel.

Wer monatlich jedoch eine positive Differenz erwirtschaftet, egal, wie groß oder klein diese auch ausfallen mag, der kann diese investieren. Ihren vollen Charme entwickeln die getätigten Investments erst dann, wenn der Zinseszins zum Tragen kommt und den Sparer bzw. Investor quasi auf die Überholspur setzt.

Natürlich braucht das alles seine Zeit, denn Reichtum kommt in der Regel nicht über Nacht. Bleibender Wohlstand übrigens auch nicht. Doch in vielen kleinen Schritten beständig vorwärtszugehen ist tausendmal besser als sich gar nicht zu bewegen und auf den Staat zu hoffen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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