Der Kapitalerhalt ist das oberste Ziel

Was können Privatanleger von den oberen Zehntausend lernen, wenn es um die Anlage ihre Vermögens geht? Nun das Sparen ist es wohl nicht mehr, das beherrscht auch die einfache Bevölkerung immer besser. Nachholbedarf besteht aber bei der Vermehrung der ersparten Gelder.

Diese nicht oder nur sehr schlecht verzinst auf einem Sparbuch liegen zu lassen, ist noch nie der Königsweg gewesen. Eine derartige Strategie funktioniert heute weniger denn je. Wer heute am Kapitalmarkt bestehen und seine Ersparnisse zumindest erhalten will, der muss an den Aktien- und Immobilienmärkten investiert sein.      

Das geht mit größeren Vermögen natürlich leichter als mit kleinen, dennoch ist auffällig, dass die reicheren Familien einen deutlich größeren Anteil ihres Vermögens in Sachwerten angelegt haben.

Eine neue Studie des Bayerischen Finanz-Zentrums (BFZ) hat in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Axa Investment Managers, Blackrock, Commerzbank und Noerr LLP ergeben, dass die sogenannten Family-Offices nur bescheidene 23 Prozent ihres Vermögens in Form von festverzinslichen Anleihen halten.

Sachwerte übergewichten

Der Anteil, den Anleihen, Pfandbriefe und Lebensversicherungen an der privaten Altersversorgung von Niedrigverdienern haben, ist demgegenüber wesentlich größer. Das ist einer der Gründe, warum die Niedrigzinspolitik der letzten Jahre die Vorsorge vieler Sparer regelrecht demontiert hat.

Wesentlich stärker als festverzinsliche Anleihen werden von den Family-Offices Unternehmensbeteiligungen gekauft. Die Depots enthalten einen Aktienanteil von 29 Prozent. Weitere 15 Prozent des Vermögens sind in außerbörslichen Beteiligungen angelegt. Immobilien und Agrarflächen runden mit einem Anteil von 14 Prozent den Sektor der Sachwerte ab.

Weil der Erhalt des Kapitals eine besonders große Rolle spielt, achten die Verwalter der Family-Offices darauf, dass die Gelder breit diversifiziert angelegt werden. Es wird versucht, einen Mittelweg zwischen höherem Risiko und niedriger Rendite zu gehen. Auf diese Art und Weise gelang es den Family-Offices, die Vermögen ihrer Inhaber zu bewahren und zu vermehren, obwohl die Risiken in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist der Zeithorizont, mit dem angelegt wird. Die Family-Offices sehen ihre Aufgabe primär darin, das Vermögen für die kommenden Generationen zu bewahren. Der Anlagehorizont ist damit zwangsläufig ein ausgesprochen langfristiger.

Renditekiller Kosten

Last but not least agieren die Vermögensverwaltungen auch sehr kostenbewusst. Ihnen ist klar, dass Kosten Renditekiller sind. Günstige Indexfonds und Exchange-Traded Funds (ETF) werden deshalb gerne eingesetzt. Nur jeder fünfte Verwalter gab an, mit diesen passiv gemanagten Anlagevehikeln nicht zu arbeiten. Bei der letzten Studie gab noch jedes dritte Family-Office an, auf die passiven Anlageformen nicht zurückzugreifen.

Natürlich können die Anlagestrategien nicht 1:1 übernommen werden. Dennoch können auch Normal- und Geringverdiener ihre Kapitalanlage wesentlich verbessern, wenn sie kostenbewusster agieren, ihre Investments breit streuen und vor allem den Anteil der Anlagen aus dem Bereich der Sachwerte hoch gewichten.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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