Diese Mythen über Dividendenaktien sollten Sie kennen

Dividendenaktien sind bei den Anlegern beliebt. Beliebt sind aber auch einige nicht zutreffende Mythen über Dividendeninvestitionen. Diese falschen Ansichten sollten Sie als Anleger kennen, damit Sie bei der Umsetzung Ihrer Anlagestrategie keine unnötigen Fehler machen.

Falsche Vorstellungen haben viele Anleger beispielsweise davon, an welchem Tag eine Aktie ex Dividende und damit an der Börse mit einem Abschlag gehandelt wird. Während so mancher Anleger glaubt, dies sei der Tag, an dem die Dividende ausgezahlt werde, handelt es sich faktisch um den Ex-Tag, also den Tag, auf den der Dividendenanspruch des Aktionärs festgelegt wird.      

Am Tag danach reduziert sich der Kurs um den gefürchteten Dividendenabschlag. Eine Aktie, die 10,00 Euro kostet und 50 Cent Dividende ausschüttet, startet am anderen Morgen nur noch mit einem Kurs von 9,50 Euro in den Handel, auch wenn die Dividende selbst erst einige Tage oder Wochen später auf die Konten der Anleger überwiesen wird.

Um eine Dividende zu kassieren, müssen die Anleger am Ex-Tag der Dividende investiert sein. Aber egal, ob man erst einen Tag vorher eingestiegen ist oder dem Unternehmen schon seit Jahren die Treue hält: Anders als bei Anleihen, bei denen Stückzinsen gezahlt werden, erhält man als Aktionär die volle Dividendenausschüttung dieses Stichtages.

Wie sicher sind Dividendenaktien wirklich?

Hohe Dividenden werden von vielen Anlegern als ein Schutz gegen Kursverluste angesehen. Aus diesem Grund gelten Dividendenaktien gemeinhin als sicher. Diese Ansicht ist natürlich viel zu pauschal, als dass sie für alle Unternehmen und alle möglichen Situationen zutreffen könnte.

Generell bleibt festzuhalten, dass jede Anlage mit einem gewissen Risiko verbunden ist, das gilt selbstverständlich auch für die Dividendenaktien. Der Kauf einer Aktie mit hoher Dividendenrendite gilt zwar im allgemeinen als ein konservatives Investment. Aber wenn der Markt als Ganzes zu euphorisch geworden ist und Aktienkurse gezahlt werden, die durch den wirtschaftlichen Hintergrund der Firmen nicht mehr gedeckt sind, dann muss auch bei den Dividendenaktien mit schmerzhaften Kursverlusten gerechnet werden.

Auch eine hohe Dividende schützt also nicht zwangsläufig vor Verlusten. Sie kann sogar ein Warnsignal sein, denn eine hohe Dividendenrendite setzt entweder eine große Zahlung oder einen niedrigen Kurs voraus. Manchmal steigt die Rendite allein deshalb, weil der Markt von einer Kürzung der Dividende ausgeht und den Aktienkurs mit Abschlägen bedenkt.

Auch längjährige gute Dividendenzahler können durch Missmanagement oder äußere Umstände in eine Situation hineinkommen, in der sie die Dividende kürzen müssen. Kurz bevor das geschieht, sieht es optisch so aus, als habe die Firma eine besonders hohe Rendite, weil der Kurs in Erwartung einer Dividendenkürzung bereits fällt, während in den Datenbanken immer noch die alte Dividende aus dem Vorjahr hinterlegt ist.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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