Tappen Sie nicht in diese Wertfallen

Immer wieder lassen sich die Anleger vom schönen Schein blenden. Das ist nicht nur bei der aktuellen Geldpolitik Notenbanken der Notenbanken der Fall, sondern auch im Value-Bereich zu beobachten. Hier setzen viele Anleger eine hohe Dividendenrendite sehr oft mit gut gehenden Geschäften gleich. Das kann der Fall sein, muss aber nicht.

Auch bei der Dividende gilt, dass niemand zaubern kann. Eine hohe Dividende muss zunächst einmal verdient werden. Dazu bedarf es eines funktionierenden Marktes und einer exzellenten Stellung in diesem. Hat ein Unternehmen sich eine solche Position erarbeitet, können die Margen in der Tat so gut sein, dass die Firma wesentlich mehr verdient als ihre Konkurrenten.      

Letztere werden aber früher oder später reagieren. Das erhöht den Konkurrenzdruck und senkt in der gesamten Branche die Margen. Als Anleger sind wir natürlich auf der Suche nach den besten Unternehmen. Wir wollen in diese unser Geld investieren und nicht in jene aus der zweiten, dritten oder gar vierten Reihe.

Eine hohe Dividendenrendite kann in diesem Fall ein Zeichen für Qualität sein. Sie kann aber genauso gut ein Warnsignal für uns sein. Wenn Sie erkennen, dass ein Unternehmen deutlich höhere Dividenden zahlt als seine Mitbewerber, sollten Sie hellhörig werden.

Eine genaue Prüfung ist unerlässlich

Schauen Sie genauer hin und prüfen Sie, ob dieses Unternehmen auch in Zukunft in der Lage sein wird, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wird es effizient geführt und wie reagiert die Börse? Sinkt beispielsweise der Aktienkurs kontinuierlich, sollten bei Ihnen die Alarmglocken schrillen, denn der Markt verkauft diese Aktie nicht grundlos.

Damit soll jetzt nicht gesagt werden, dass der Markt immer recht hat. Er hat an vielen Stellen sogar unrecht. Etwa dann, wenn die Anleger in Panik geraten und kurzfristige Entwicklungen viel höher bewerten als langfristige. Der fallende Aktienkurs kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass der Markt davon ausgeht, dass das Unternehmen sich eine Dividende in dieser Höhe zukünftig nicht mehr leisten kann.

Weil wir als Anleger vor allem nachhaltige Dividendenrenditen wünschen, spielen Preisschocks und Trends eine große Rolle. Das gilt insbesondere für Dividendenjäger, denn eine starke Kursbewegung wird die Dividendenrendite einer Aktie immer dramatisch beeinflussen, weil sich die Rendite umgekehrt zum Kurs bewegt.

Überraschende Ankündigungen, die den Aktienkurs nach unten treiben, werden die Rendite erhöhen, starke Aufwärtstrends hingegen verringern sie. Als Anleger haben wir immer zu prüfen, ob der Preisverfall einen guten Einstiegspunkt darstellt oder ob der Abwärtstrend ein Indiz dafür ist, die Aktie besser zu meiden.

Jeder Einzelfall ist anders gelagert

Nur, wenn die Fundamentaldaten des Unternehmens gut sind und sich die Aktie auf lange Sicht gut entwickelt hat, ist ein starker Kursrückgang möglicherweise eine gute Einstiegsgelegenheit. Dabei könnte das Tief dann erreicht sein, wenn der Kurs trotzt schlechter Nachrichten nicht mehr weiter fällt.

Befindet sich das Unternehmen jedoch in einem langfristigen Abwärtstrend, droht oftmals gleich von zwei Seiten Gefahr: Sind die Kursverluste hoch und anhaltend, können sie auch eine hohe Dividendenrendite schnell aufzehren. Unter dem Strich macht der Anleger dann doch Verluste.

Ist der Kursrückgang auch Ausdruck einer schwächeren Geschäftsentwicklung, gerät die Dividende auch von dieser Seite aus in Gefahr, denn ohne langfristige Gewinne wird es auch keine nachhaltige Dividende geben können. Das Unternehmen wird seine Dividende dann entweder mit Krediten finanzieren müssen oder sie kürzen oder ganz ausfallen lassen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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