Wird Kupfer das Metall des Jahres 2020?

Es ist die Korrelation zum ökonomischen Zyklus, die dem Kupfer den Ehrennamen Dr. Copper eingebracht hat. Dieser Eigenschaft ist das rote Metall auch im Jahr 2019 gerecht geworden. Während das Gold von den Zinssenkungen der US-Notenbank und den wachsenden geopolitischen Spannungen profitierte, verzeichneten das Kupfer und mit ihm die wichtigsten anderen Industriemetalle kräftige Abgaben.

Der Jefferies-Analyst Christopher LaFemina sieht allerdings gute Chancen dafür, dass sich die Lage zu Beginn des neuen Jahres gewandelt hat und das Kupfer dieses Mal in der weitaus besseren Position ist. Niedrige Kupferbestände, hohe Short-Positionen, Angebotsbeschränkungen und eine bessere Nachfrage sind seiner Meinung nach die Voraussetzungen dafür, dass das Kupfer in 2020 eine Rallye vollziehen kann.

Dieser Optimismus wird auch von Jeffrey Currie von der Investmentbank Goldman Sachs geteilt. Auch bei Morgan Stanley, der Bank of America und der Citi-Bank ist man mit positiven Erwartungen in das neue Jahr gegangen. Auch geschichtlich lassen sich einige Beispiele dafür finden, dass die Basismetalle eine vorangegangene Rallye des Goldpreises und der Goldminenaktien oftmals im Folgejahr aufgeholt haben.

Wiederholt sich diese Entwicklung in 2020 könnte in diesem Jahr das Kupfer die Nase vorn haben und für die Anleger das interessantere Investment darstellen. Innerhalb der Basismetalle sind die Analysten beim Kupfer eindeutig am optimistischsten. Die Nachfrage liegt hier nur minimal unter dem Angebot. Es reicht daher schon eine eine leichte zyklische Erholung der Nachfrage um den Kupferpreise zu treiben.

Kupfer besser als Gold?

In diesem Fall könnten Kupferproduzenten wie Freeport-McMoRan, First Quantum Minerals und Glencore besonders stark von einer Erholung des Kupferpreises profitieren. Aber auch ausgewählte Eisenerzproduzenten wie Anglo American, Vale und Rio Tinto könnten eine Outperformance erzielen, da die Preise voraussichtlich hoch bleiben und kurzfristig einen Höchststand von über 100 USD pro Tonne erreichen werden.

Auch Goldman Sachs schließt sich der optimistischen Sicht auf das Kupfer an. Hier betont man, dass die Kupfernachfrage in China insbesondere durch die schwache Leistung im Netz-, Immobilien- und Transportsektor gebremst wurde. Dies werde sich voraussichtlich im Jahr 2020 ändern. Insbesondere die Netzinvestitionen dürften dank der staatlichen Infrastrukturanreize im ersten Quartal 2020 kräftig anziehen.

Während die Aussichten für das Kupfer somit gut sind und die Analysten quer durch die verschiedenen Häuser bullisch sind und ein deutliches Anstiegspotential für Preise und die Aktienkurse der Minen sehen, ist man beim Gold eher zurückhaltend. Stark bullisch wird das gelbe Metall bei den Banken derzeit nicht gesehen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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