Grüner Bergbau ist mehr als eine Utopie

Wenn es um den Umweltschutz geht, hat der Bergbau nicht das beste Image. Das führt dazu, das viele Investoren ein Investment in Rohstoffaktien gar nicht erst in Betracht ziehen. Etwas besser sieht es bei der sozialen Komponente der Branche aus. Hier haben die Unternehmen schon lange gelernt und verstanden, dass es ohne die Unterstützung der Menschen vor Ort nicht geht.

Es werden deshalb den Bewohnern vor Ort nicht nur neue Arbeitsplätze versprochen, sondern auch Schulen, Kindergärten oder kleine Krankenhäuser mitfinanziert. Da viele Minen an Standorten errichtet werden, die in abgelegenen Gegenden liegen, hat das soziale Engagement der Unternehmen zumeist eine große Bedeutung.      

Durch den Aufbau einer Mine entstehen nicht nur auf der Lagerstätte selbst neue Jobs. Auch in den umgebenden Gemeinden kann damit gerechnet werden, dass zusätzlich zu jedem Arbeitsplatz, der auf der Mine selbst entsteht, zwei bis drei weitere Arbeitsplätze im näheren Umfeld geschaffen werden.

Was die Branche noch lernen muss und im Moment auch gerade dabei ist, zu lernen, ist, dass dem sozialen Engagement auch eines für die Umwelt folgen muss. Einige Unternehmen haben dies bereits klar erkannt und positionieren sich entsprechend. Das ermöglicht es den Anlegern, auch in einer als umweltschädlich verschrienen Branche grüne Investments zu tätigen.

Probleme mit dem Abfallerz belasten

Ross Beaty, der Gründer von Equinox Gold, erklärte beispielsweise im Herbst am Rande des Metal Investor Forums in Vancouver, dass es die Abfallerze sind, die die Branche aufhalten und ihr einen Zugang zu vielen Investoren verschließen.

„Die Bergeteiche sind die Achillesferse der Bergbaubranche, weil weltweit pro Jahr ein Bergeteich ausläuft. Das ist schrecklich, weil es vermeidbar ist“, erklärte Beaty in einem Interview am Rande der Konferenz. Er verwies darauf, dass die entstehenden Kosten und auch der zwangsläufige Reputationsverlust erheblich sind. Wer dies bezweifelt, muss nur einmal einen Blick auf jene Unternehmen werfen, die in den letzten Jahren einen Dammbruch bei ihren Bergeteichen hatten.

Dabei ist eine Lösung für dieses Problem schon bekannt. Anstatt das Abfallerz in Bergeteichen zu sammeln, wird es als trockenes Abfallerz gesammelt. Das kann man inzwischen so gut machen, dass es von außen gar nicht auffällt, dass es auf dem Gebiet eine produzierende Mine gibt.

Beaty weist auf trockenes Abfallerz als eine Innovation, die den Bergbau sicherer macht. Anstatt das Abfallerz in Bergeteichen zu lagern, wird das Wasser entnommen und das trockene Abfallerz gesammelt. Laut Beaty beherrscht man dieses Verfahren schon heute so gut, dass man von außen kaum erkennen kann, dass es in dem Gebiet eine Mine gibt.

Ein Umdenken ist gar nicht teuer

Es handelt sich dabei wie Ross Beaty betont um keine teure Raketenwissenschaft, sondern ein Unternehmen kann mit dem grünen Bergbau schon heute Geld verdienen und dies nicht nur dadurch, dass man sich teure Renaturierungskosten erspart. Damit ist am Ende allen gedient: Das Unternehmen wird seiner sozialen Verantwortung gerecht und verdient nebenbei auch Geld.

Gleichzeitig werden der Gesellschaft die benötigten Rohstoffe zur Verfügung gestellt. Diese können genutzt werden, ohne dass Dämme brechen, Flüsse vergiftet werden und man sich wegen der geschädigten Umwelt ein schlechtes Gewissen machen muss.

Auch aus Investorensicht ist diese Entwicklung nur zu begrüßen. Sie macht nicht nur sehr viel Sinn, sondern kann auch von uns Anlegern aktiv gesteuert und befördert werden, etwa indem die Unternehmen, die sich einem grünen Bergbau verschrieben haben, leichter das benötigte Kapital aufbringen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

Leave a comment: