Growth oder Value? – Das ist die Frage!

Ob man das eigene Kapital besser in Wachstums- oder Value-Atien investieren soll, ist eine Frage, die die Anlegerschaft schon immer bewegt und meistens auch gespalten hat. Betrachtet man die letzten 50 Jahre, so hatte in der meisten Zeit der Growth-Sektor die Nase vorn.

Legendär und vielen Anlegern noch in lebhafter Erinnerung sind die späten 1990er Jahre. Value-Investoren wie Warren Buffett wurden müde belächelt und beißendem Spott überschüttet, denn Growth-Aktien waren gefragt und wer die nicht besaß, der backte an der Börse damals ausgesprochen kleine Brötchen.      

Aber auch in den letzten Jahren schnitten die Wachstumsaktien besser ab als ihre Konkurrenten aus dem Value-Sektor. In zehn von dreizehn Jahren war mit ihnen mehr Rendite zu erzielen als mit Value-Aktien.

Doch seit dem Sommer des letzten Jahres kehrt sich das Bild um. Die Value-Aktien holen auf. Plötzlich sind die Unternehmen aus den Sektoren, Finanzen, Energie und Industrie bei den Anlegern beliebter als die wachstumsstarken Technologiewerte. Kündigt sich hier ein grundlegender Wandel an?

Schlägt das Pendel in 2020 um?

Auf den ersten Blick mag es so scheinen. Doch man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. In der letzten Dekade haben die Value-Aktien schon einige Male zur Aufholjagd angesetzt. Von Dauer waren diese Anstiege aber nicht. Ein ums andere Mal handelte es sich um einen klassischen Fehlstart.

Am Beginn des Jahres 2020 stehen die Anleger wieder vor der Frage, ob es nicht besser ist, den teuren Growth- und Momentum-Aktien den Rücken zuzukehren und wieder auf die preiswerteren Value-Unternehmen zu setzen? Mehrere Großbanken, darunter die Bank of America Merrill Lynch haben sich in den vergangenen Wochen entsprechend geäußert.

Die amerikanische Bank untersucht Monat für Monat die Positionierungen der aktiv verwalteten Fonds und hat dabei festgestellt, dass die Fondsmanager die Investments in Wachstums- und Momentum-Aktien auf ein Rekordniveau geschraubt haben. Das ermöglicht viel Spielraum zum Umschichten von Geldern in die Value-Aktien, sollte sich das allgemeine Stimmungsbild in diesem Jahr wandeln.

Immerhin erwartet mehr als ein Drittel der Fondsmanager in den nächsten zwölf Monaten die attraktiveren Renditen bei den Value-Aktien zu finden. Da diese Zahl laut Aussagen der Bank of America im letzten Monat um atemberaubende 20 Prozent zugenommen hat, könnte der Prozess des Umdenkens und Umschichtens in Kürze in Gang kommen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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