So schlagen Sie die Vergleichsindizes auch in schwierigen Zeiten

Das passive Investieren ist in den letzten Jahren stark in Mode gekommen. Immer mehr Anleger bilden nun die Wertentwicklung der großen Indizes wie DAX, Dow Jones oder S&P500 mit Hilfe von ETFs nach. Sie erreichen damit, wenn man die relativ geringen Kosten der Fonds einmal unberücksichtigt lässt, exakt die gleiche Rendite, die auch der Index selbst erreicht.

Ist damit der alte Anspruch vieler Investoren, besser als der Markt sein zu wollen, vom Tisch? Keineswegs. Viele Anleger träumen immer noch davon, den breiten Gesamtmarkt zu schlagen und in ihrem Depot eine Performance zu erzielen, die über den Ergebnissen der Vergleichsindizes liegt.      

Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist die Suche nach Aktien, die in der Vergangenheit durch hohe und regelmäßige Steigerungen ihrer Dividende geglänzt haben. Es geht bei dieser Strategie also nicht um die Frage, ob eine Aktie vier, fünf oder vielleicht doch sechs Prozent Dividende zahlt, sondern um die Rate, mit der die Dividenden Jahr für Jahr erhöht werden.

Warum soll der Fokus auf diese Aktien besonders lukrativ sein? Zunächst einmal muss man festhalten, dass Firmen nur dann ihre Dividenden kontinuierlich erhöhen können, wenn ihre Position am Markt hervorragend ist und die Geschäfte gut laufen. Hingegen wird ein Unternehmen, dem es nur hin und wieder gelingt, ein gutes Geschäftsjahr abzuliefern, Schwierigkeiten haben, seinen Aktionären Jahr für Jahr eine höhere Dividende zu zahlen.

Schwache Dividendenrendite im S&P500

Die gezahlte Dividende Jahr für Jahr zu erhöhen, ist somit ein Qualitätsmerkmal. Hinzu kommt, dass die Bewertungen in vielen Indizes derzeit so hoch sind, dass die durchschnittlichen Dividendenrenditen auf bescheidene Niveaus zurückgefallen sind. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist der S&P500. Der Index mit den 500 größten US-Unternehmen hat aktuell nur noch eine Dividendenrendite von rund 1,8 Prozent.

Zahlt ein Unternehmen schon heute mehr als diese 1,8 Prozent und wird die Dividende außerdem Jahr für Jahr kontinuierlich erhöht, vereinnahmen die in diesen Firmen investierten Anleger im Lauf der Jahre deutlich höhere Dividenden als sie es mit einem ETF auf den Index tun würden.

Am Anfang ist der Unterschied noch vergleichsweise klein. Er wird allerdings von Jahr zu Jahr größer, denn der Zinseszinseffekt wirkt an dieser Stelle zugunsten des Anlegers. Besonders groß ist dieser Effekt, wenn die jährlichen Steigerungen der Dividenden hoch sind. In diesen Fällen wird auch aus einer kleinen Anfangsdividende im Lauf der Jahre schnell eine lukrative Auszahlung.

Bleibt die Frage, was aus Anlegersicht zu tun ist, wenn der Index etwa in Zeiten einer Rezession Kursrückgänge zu verzeichnen hat. Als ETF-Besitzer macht ein Investor diese Kursrückgänge 1:1 mit. Auch der direkt in den Unternehmen investierte Anleger bleibt von diesen Buchverlusten nicht verschont.

Rezessionen entspannter überstehen

Er spürt diese Buchverluste aber weniger, denn denn seine jährlichen Zuflüsse steigen aufgrund der kontinuierlichen Dividendenerhöhungen auch in den Jahren, in denen der S&P500 Kursverluste verzeichnet. Natürlich werden die allermeisten Firmen ihre Dividenden in Zeiten einer Rezession nicht dramatisch anheben wollen oder können.

Aber auch eine kleine Erhöhung ist eine Erhöhung, und wenn diese prozentual höher ausfällt als die jährliche Inflationsrate, gewinnt der Anleger Jahr für Jahr an Kaufkraft hinzu. Dieser Effekt ist besonders für jene Anleger von Vorteil, die im Alter (auch) von ihren regelmäßigen Dividendeneinnahmen leben wollen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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