Gold bleibt auch für 2020 ein wichtiges Investment

Im vergangenen Jahr konnten sehr viele unterschiedliche Anlageklassen zum Teil deutliche Wertsteigerungen verzeichnen. Besonders im Fokus des Interesses standen die internationalen Aktienmärkte. Sie schüttelten die Unsicherheit des Jahres 2018 schnell ab und verzeichneten deutliche, im zweistelligen Prozentbereich liegende Zuwächse.

Positiv haben sich auch die Bondmärkte, die Immobilienpreise und das Gold entwickelt. Letzteres dürften im Vorfeld nur die wenigsten Anleger auf dem Radar gehabt haben. In US-Dollar gerechnet legte der Goldpreis in 2019 um rund 18 Prozent zu und verzeichnete damit eine Rendite, die ansonsten fast nur noch von den Aktienmärkten erreicht werden konnte.      

Die Gründe für den starken Goldpreisanstieg sind nicht allein in den gewachsenen politischen Gefahren zu suchen. Auch das wirtschaftliche Umfeld spielte eine große Rolle. Es waren vollem die sinkenden Zinsen, die das Gold in den Augen vieler Anleger wieder attraktiv gemacht haben.

Die Sorgen der Anleger um eine Eskalation des Handelsstreit und um die Folgen eines unkontrollierten Brexits haben sich in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt. Sehr starke Auswirkungen auf den Goldpreis hatte diese Entspannung aber nicht. Der Markt baute in einer normalen Konsolidierung seinen überkauften Zustand ab. Solche Korrekturen sind normal, aber noch lange kein Grund zur Besorgnis.

Die niedrigen Zinsen stützen

Dass die Preise für Gold und Silber nicht stärker zurückkamen, ist vor allem dem gesunkenen Zinsniveau zu verdanken. Im Mai 2019 notierten 10-jährige US-Staatsanleihen noch mit einem Zinssatz von 2,50 Prozent. Bis zum September fiel die Rendite auf 1,46 Prozent zurück. Bei Anleihen mit einer zweijährigen Laufzeit sank der Zinssatze von 2,20 Prozent im Mai auf nur noch 1,39 Prozent im September.

In der Regel wirken sich Renditerückgänge bei den US-Staatsanleihen positiv auf die Edelmetalle, hier vor allem auf das Gold aus. So war es auch in 2019. Dies lässt im Gegenzug auch einen starken Goldpreis für 2020 erwarten, denn mit einem baldigen Wiederanstieg der Zinsen rechnet im Moment niemand.

Aus Anlegersicht fallen die Kosten für das Halten von Gold damit auch in diesem Jahr nicht stark ins Gewicht und wenn, wie allgemein erwartet wird, die Zinsen auch in diesem Jahr tendenziell eher sinken als steigen werden, dürfte dies auch den Goldpreis eher beflügeln als unter Druck bringen.

Hilfe erhält der Goldpreis derzeit auch von der Währungsseite. Ein starker US-Dollar ist Gift für das Gold und die Rohstoffe. Sinkt aber der Außenwert der amerikanischen Währung, steigen auch die Preise für Gold, Silber und die wichtigsten Rohstoffe.

Das Gold dürfte auch ohne Krisen glänzen

Die geopolitische Lage kann den Goldpreis auch im Jahr 2020 prinzipiell jederzeit in neue Höhen katapultieren. Allerdings sollte ein Anleger darauf nicht setzen, denn politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine, und wenn nach dem Ende einer Krise das Risiko von den Anlegern wieder ausgepreist wird, kommt zumeist auch der Goldpreis schnell wieder auf sein altes Niveau zurück.

An eine schnelle Rückkehr der Zinsen auf das Niveau des Mai 2019 glauben derzeit nur die wenigsten Marktteilnehmer. Ein US-Dollar, der nicht zuletzt aufgrund des massiven Drucks des Wahlkämpfers Donald Trump schwach bleibt, und ein niedriges Zinsumfeld sollten das Gold deshalb auch im Jahr 2020 glänzen lassen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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