Lassen Sie sich als Silberanleger nicht vom Markt verunsichern

Am 18. März mussten für eine Unze Gold 127,14 Unzen Silber auf den Tisch gelegt werden. So teuer war das Gold im Vergleich zu seinem kleinen Bruder Silber noch nie in diesem Jahrhundert. Schon Gold-Silber-Verhältnisse von über 100 sind als extrem zu bezeichnen. Trotzdem warfen die Anleger in ihrer Panik alles über Bord.

Es war eine der typischen Jagden nach Liquidität. Verkauft wurde, was noch irgendwie verkaufbar war. Auch die Frage, wie viel man durch den Verkauf erlöste, war am Ende nicht mehr die entscheidende. Es ging nur noch darum, Löcher zu stopfen – egal wie und egal zu welchem Preis.      

Ob wir mit dem Hoch vom 18. März schon die Spitze gesehen haben oder die Anleger das Silber noch einmal stärker gegenüber dem Gold vernachlässigen werden als sie es Mitte März getan haben, bleibt abzuwarten. Nachhaltig korrigiert hat sich das extreme Missverhältnis zwischen den beiden Edelmetallen bislang noch nicht.

Geschuldet ist dieses Extrem in erster Linie dem Silber. Im März waren die Anleger weit davon entfernt, im Silber ein Krisenmetall zu sehen. Silber wurde als reines Industriemetall gewertet und in einer Zeit, in der rund um den Globus damit begonnenen wurde, die wirtschaftliche Produktion herunterzufahren, war auch kein Bedarf an Silber mehr vorhanden.

Vorteile bleiben auch dann erhalten, wenn sie ignoriert werden

Als Anleger konnte man in diesem Moment nur eines tun. Wer mit Papiersilber am Terminmarkt unterwegs war und auf steigende Kurse gesetzt hatte, der musste seine Position schnell schließen. Wurde zu lange gezögert, wurden nicht nur die Verluste größere, sondern es klingelte auch das Telefon oder es meldete sich das E-Mail-Programm und es gab den gefürchteten Magrin-Call des Brokers.

Wer sein Silber hingegen physisch erworben und es bar bezahlt hatte, war deutlich besser aufgestellt. Eine Forderung gegenüber einem Dritten bestand nicht und wer in den hektischen Krisentagen so clever war, sein Silber mental nicht in Euro, sondern in Kilogramm zu verbuchen, der ersparte sich eine Menge Stress und Leid.

Niemand kann Ihnen heute sagen, ob das Schlimmste bereits hinter uns liegt. Die Möglichkeit, dass der Markt noch einmal auf ein neues, bisher nicht für möglich gehaltenes Panikniveau ansteigt, kann nicht ausgeschlossen werden. Als physischer Silberinvestor kann Ihnen das aber egal sein.

Papiergeld kann man vermehren und jederzeit aus dem Nichts schaffen. Silbermünzen und -barren hingegen nicht. Es gibt nur eine bestimmte Menge an Silber und wenn die eines Tages erschöpft ist, ist Schicht im Schacht. In einer jeden Krise sind solch weitblickende Ansichten natürlich verpönt. Die Krise der letzten Wochen bildet an dieser Stelle keine Ausnahme.

Langfristig führt am Silber jedoch kein Weg vorbei. Es sei denn, man meint plötzlich auf das wesentlich teurere Gold zurückgreifen zu müssen. Dies ist aber nicht einmal im Zustand der kollektiven Panik zu erwarten. Von daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Anleger wieder in sich gehen und die Vorzüge des Silbers für sich erkennen werden.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

About the author

Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist seit 1985 als Investor und Trader an den Finanzmärkten aktiv. Einem breiten Publikum ist er bekannt aus diversen Börseninformationsdiensten und als Schöpfer des 'Jay Thompsen', einem fiktiven Investmentbanker aus der 'Winsider'-Reihe.

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